Bilderlos heute. Das Bild ist innen. Ich muss es erzählen, auch wenn es sehr fein und sehr persönlich ist, oder gerade deshalb, weil zur Zeit solche Farben und Töne selten geworden sind.
Letzte Woche war ich noch einmal im Ambulatorium mit meinen Bauchsorgen, da mein Hausarzt in den Ferien war. Diesmal holte mich eine Äztin zur Sprechstunde. Sie war sehr achtsam, hörte genau zu, und es war schnell zu spüren, dass sie mich und die Sprache meines Körpers sehr ernst nimmt. Sie organisierte dann auch direkt vor Ort, dass ich einen Wickel bekam und fast eine Stunde lang mit Wärmflasche und in eine warme Decke gehüllt in einem stillen Raum ruhen durfte.
Ich fühlte mich so ganzheitlich wahrgenommen und aufgehoben.
Heute nun in der Mittagspause, ich stand noch mit einer Kollegin in der Türe, läutete das Telefon. Es war die Ärztin von letzter Woche, welche sich einfach noch einmal erkundigen wollte, wie es mir gehe. Wieder ein zutiefst ermutigendes, wohlwollendes Gespräch, Fragen, die heilsam mitten hinein schauten in die wunden Stellen
Nachdem wir uns verabschiedet hatten, weinte ich, es weinte aus mir wie lange nicht mehr. Weil es das gibt. Weil es das für mich gibt. Weil ich beinahe vergessen hatte, wie wahre Heilung sich anfühlt oder der Weg dorthin. Danke.