Ich mag nicht schreiben. Aber ich mag auch nicht aufgeben, jetzt so kurze 40 Tage vor dem Ziel. Dass er jetzt schon seinen Tod bekommen hat, seinen ganz persönlichen, einzigartigen, geheimnisvollen Schritt hinüber in diese Welt, von der wir nichts wissen und doch soviel erhoffen, das wühlt mich auf. Wie gerne würde ich mit ihm darüber sprechen – morgen im Tram, möchte ihn fragen, wie das war, sich von der Familie zu verabschieden im Bewusstsein, dass es der letzte, der endgültige Abschied ist, möchte wissen, ob er Angst hatte, ob er im Frieden war und ist. Er wird nicht mehr einsteigen, nie wieder. Und die Kürbissuppe, die wir nun jahrelang auf nächstes Jahr verschoben haben, die werden wir auch nicht mehr zusammen essen. Man sollte Dinge nicht verschieben. Das wusste seine Familie seit zwei Jahren. Und sie haben die Zeit erfüllt mit Leben und Achtsamkeit. Ein paar weitere Jahre hatte man ihm vor wenigen Tagen in Aussicht gestellt, und dann ging alles so schnell. So anders. So unfassbar individuell.