Das gibts ja nicht. Da schreib ich mal nichts und – schwupps – habe ich mich daran gewöht! Das mit dem Neuen täglich relativiert sich stündlich. Ich brauche Routine und vertraute Abläufe, der Beruf bringt Überraschung genug, manchmal im Minutentakt.
Heute war ein Team von der Uni in meiner Klasse. Wir machen mit bei einem Forschungsprojekt zum Thema Werteentwicklung oder so ähnlich. Der eine Typ war vor einem Jahr schon einmal da und konnte sich an den einen Schüler noch sehr präzise erinnern. In der Pause schilderte er das Kind resp. sein Bild, das er damal mitgenommen hatte. "Aber der ist offenbar nicht mehr in der Klasse." meinte er. "Oh doch", erwiderte ich und zeigte dessen Platz. "Nein, den meine ich nicht", war er überzeugt.
Ich musste lachen und staunen. Von Woche zu Woche sind Fort- und Entwicklungsschritte oft kaum zu sehen. Wenn jemand kommt und einen Jahresbogen spannt, schafft das Distanz und du kannst plötzlich den Anflug eines "Erntegefühls" spüren.
Das hat heute gut getan und Mut gemacht.