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Sonntag, 20. März 2016

Hinübergang

Mein ganzer Frühlingssonntag hat sich die Flügel dieser Morgenstimmung geliehen, hat sich tragen lassen durch die zarten, hellen, weckenden Grüsse an der Schwelle zu neuem Erwachen.
Nicht nur die Freude auf das Kommende, nicht nur das Staunen über die anschwellenden Knospen, nicht nur der innere Tanz zu den Rhythmen des klingenden Waldes und das verträumte Licht über den noch leeren Feldern erfüllten mich mit stillem Glück, auch das, was ich dahin gehen liess: die dunkle Jahreshälfte, die kalten Monate, die Tiefe vieler inneren Kämpfe und Umwälzungen, das Zusammenziehen und Reduzieren der äusseren Fülle, auch alldies legte ich voller Zartheit in den ziehenden Zeitenstrom.
Schwellendank.

Sterben

Dieses wundervolle, staunende Stehen und Erspüren möchte ich heute teilen.
Es ist mir bei ihr begegnet.

Zarter Augenblick

Dieser zarteste aller Augenblicke,
wenn die Durchsichtigkeit
deiner Flügel dich davon trägt,
in die Weite – die beim Verlassen
noch Angst macht,
doch die dich dann in ihr Blütenmeer
aufnimmt und dich erfüllt mit der
Unsagbarkeit des All-Eins-Seins.

Dieser zarteste Augenblick,
wenn der Abschied von dieser Welt
deinen Körper erzittern lässt
und die Verletzlichkeit unseres Seins,
dein Herz bricht und dann,
dieser einzelne wundersame Schmetterling kommt
und dich tragen wird,
auf seinen Flügel und du landest
hinein in die Wolken der Erlösung.

Dieser zarteste aller Augenblicke,
wenn die Brücke zur anderen Dimension,
wie ein sanfter Nebelhauch von deinem Herz
zu Gottes Herz dich führt.

Dieser zarteste aller Augenblicke,
ist die Reise, wo das Allein sein noch einmal gefordert wird..

ein letztes Mal, bevor die Erinnerung
wie eine Woge hellster schönster Sonnenstrahlen
dich durchflutet
und alle Angst vergessen lässt.

Dieser zarteste aller Augenblicke …

Moksha

Freitag, 18. März 2016

verkohlter Fingerzeig

Gestern abend  – es war schon dunkel – nach einem ellenlangen Schultag mit anschliessender zweistündiger Feuerwehrnotfallübungsinstruktion im Schulhaus, realisierte ich, dass ich die Zutaten für die Pausenbrote der Kinder einzukaufen vergessen hatte. Die Vorratskammer gähnte mir phantasielos leer entgegen. Weil sich jedoch eine ziemlich ausführliche Aufgabenhilfestunde abzeichnete, entschloss ich mich, einen Teig zu kneten und ihn in der Prozentrechenhitze aufgehen zu lassen.

Um halb elf schob ich dann vier Brötchen in den heissen Ofen und eilte an den Computer. Der Bruder, welcher einen runden Geburtstag feierte, sollte wenigstens ein paar Zeilen von seiner ältesten Schwester erhalten. Dummerweise liess sich das Video, welches ich dafür abgespeichert hatte, nicht einbetten, sodass ich nach Alternativen zu suchen begann und dabei auf einen sehr interessanten Link stiess. Das eine Stichwort weckte eine neue Frage, ich suchte weiter und erinnerte mich nach vielen Wellen und Kurven endlich daran, dass ich ja eigentlich gratulieren wollte.
Fast zu müde zum Aufstehen schleppte ich mich irgendwann Richtung Nachtruhe, als ein seltsam rauchiger Duft mich schlagartig aufweckte. Ein Blick auf die Uhr, einer in den Ofen und dann ein tiefer Seufzer.
Wäre ich mir gegenüber gestanden, ich hätte mich einfach in den Arm genommen und getröstet: Es ist genug, und nun geh schlafen.

Die steinharten, schwarzen Brotkohlenstücke habe ich heute früh dann ins Feuer gegeben, damit sie uns wenigstens etwas Wärme schenken durften.

Donnerstag, 17. März 2016

geteilt in den Morgen



Unsere GRÖSSTE Angst! Wie WAHR!
Posted by Die Köpfe der Genies on Mittwoch, 6. Januar 2016

Mittwoch, 16. März 2016

Treffsicherheit

"Ich bin immer wieder erstaunt, wieviele Dinge ich an Elternabenden erfahre, von denen ich keine Ahnung hatte."
"Du bist ja auch fast nie zu hause, sodass man etwas erzählen könnte."

Montag, 14. März 2016

Übfe(l)der

 

Ich mag es gar nicht, wenn ich andere Menschen erzürne. Diese Haltung ist so tief verinnerlicht, dass ich ein Leben lang alles getan habe, um es nicht so weit kommen zu lassen. Das Resultat ist eine riesige Anpassungsleistung, der Preis dafür ein kaum vorhandenes Vertrauen in meine Entscheidungen.
Heute kommt beides zusammen, wieder einmal. Und weil ich heute an einem Punkt stehe, von wo aus ich dieses Hergebrachte wie eine Aussenstehende zu beobachten übe, spüre ich den Sog hinein in die Flucht vor mir selber mit übergrosser Deutlichkeit.

Übplatz: Bloggerland.
Übsituation: alter Blog kurz vor der Schliessung, der Wunsch, treue Immernochleserinnen, zu denen keine direkte Kontakaufnahme möglich ist, mitzunehmen, ohne gleichzeitig die halbe Verwandtschaft und Nachbarschaft mit herüber zu holen, weil diese Mischung aus Anonymität und Nähe soviel Zündstoff an den Tag legt. 
Übstrategie: Rätselpost mit WindWortLink als Lösung
Übreaktion: Frust- und Ärgermails von resignierten Pfadsucherinnen.
Übung: Mich nicht entschuldigen, das Post nicht vom Netz nehmen, dazu stehen, dass ich es mit Freude verfasst und frei gegeben habe, akzeptieren, dass ich zwar verantworte, was ich sende, nicht aber in der Hand habe, was dies bei anderen auslöst, vertrauen, dass schmerzhafte Momente die lehrreichsten sein können, wenn ich mich ihnen nicht entziehe.

Die brave Schülerin in mir würde so gerne fehlerfreie Arbeiten abliefern. Die wachstumsbegierige macht sich den Wind zum Lehrer.

Ein herzliches Willkommen allen, welche hergefunden haben und herfinden. Ich verspreche in keiner Hinsicht Perfektion. Übungshalber.

Sonntag, 13. März 2016

Windstille

Das Bötchen schaukelt leise auf dem fast spiegelglatten Wasser. Es ist still, hie und da ein leises Spritzen und Glucksen, vom fernen Ufer her das stetige Brummen der Alltagswelt. Entspannt leuchtet das Segel im fahlen Licht des Morgens. Ich schenke ihm mein Schweigen und lasse das Warten hinabsinken in die Tiefe.