Manchmal, wenn die Sehnsucht nach Namen ruft, setzt sie sich auf jene Bank unter den jungen Eichen und lauscht und schaut und kommt zur Ruhe, bis die Erinnerungen wieder erwacht an die Fraglosigkeit, an die Weite, an dieses bedingungslose Ja zum Sein, und über ihr kreist still und kraftvoll der Adler.
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Montag, 20. März 2017
Sonntag, 19. März 2017
Schönstes
Die Felder werden immer satter von diesem frischen Grün, und mit ihrem obersten Rand berühren sie den Wald, fast immer noch winterlich schwarz – er, aber nur fast. Es liegt ein Schleier über den kahlen Kronen, und die Trauerweiden tragen hellgrüne Hoffnungskleider, die im Wind ihr Frühlingslied tanzen. Alles so sacht, so voller Geheimnis.
Schöner kenne ich es nicht.
Samstag, 18. März 2017
Samstagnachmittag
Kino, Jugendgruppe, Festival, Fussballtournier, Lagervorbereitungstreffen.... Alle sind ausgeflogen. Ich bin allein zu Hause, allein mit Wäsche, Formularen, Dativ und Akkusativ, Zehnerübergang und Zopfteig und mit dem Wind auf der anderen Seite der Fensterscheibe. Heute werden sie alle wieder heimkommen. Aber es dauert nicht mehr lange, da werden sie gehen und nicht zurück kommen und ich werde bleiben. Ich beginne zu üben, das Warten auf die Rückkehr zu verwandeln in etwas Neues. Noch nennt es mir seinen Namen nicht, noch fühle ich mich als Anfängerin, einmal mehr.
Der Wind ruft. Ich möchte seine Sprache besser verstehen lernen.
Freitag, 17. März 2017
Schuppenschnipsel
Ein Bild heute, wenigstens ein Bild. Ein Blick. Bühnenblick. Lebensbühnenblick. Lebesbühnenblickdistanz. Lebensbühnenblickdistanzmoment. Jeder in jedem. Manchmal stelle ich mir vor, in wievielen Menschen und deren Lungen drin die Luftteilchen schon waren, welche ich gerade einatme. Manchmal tagträume ich wie es wäre, wenn die Schuppen von den Augen fallen würden und wir sehen könnten, was wir nicht sehen, aber eben doch wahrnehmen, misstrauisch, weil wir doch eigentlich den Augen trauen, den geschuppten. Spielt froh weiter, ich tu es auch.
Mittwoch, 15. März 2017
Stimmung
Wenn wir wüssten oder wenn es uns bewusst wäre...
Jedenfalls ist es mir heute wie ein Lichtstrahl ins Bewusstsein gedrungen, als ich auf dieses mir unbekannte Sekretariat anrief und von einer so freundlichen, offenen Stimme begrüsst und gleichsam willkommen geheissen wurde, dass es mir war, als schmelze in einem einzigen Augenblick das ganze starre Eisangstkorsett in mir drin und meine Energie beginne wieder zu fliessen.
Wenn wir es im Bewusstsein hätten, welch kraftvolles Instrument uns mit unserer Stimme zur Verfügung steht und dass wir mit dem Wie das Was unserer Worte in heilsame Wärme hüllen können, dann könnte so manche Alltagsbegegnung sich in einen Mutmoment verwandeln.
Und wo ich es nicht vermag, kann ich hellhörig werden auf die eigene Stimmung und ihr meine Neugierde schenken.
Und wo ich es nicht vermag, kann ich hellhörig werden auf die eigene Stimmung und ihr meine Neugierde schenken.
Dienstag, 14. März 2017
Reisenotizen 12
Es scheint in ihrem Leben ein Thema zu geben, das sie noch nicht genügend ausgeleuchtet hat. Warum sonst würde es immer wiederkehren?
Vertrauen ist dann am anspruchsvollsten, wenn der Boden wegbricht und sie sich zu schwimmen gezwungen sieht, obwohl sie gemeint hat, die Kraft würde ihr dafür fehlen, jetzt, wo sie eben erst aus dem Wasser gestiegen und sich aufgewärmt und getrocknet hat.
Sie möchte jemandem sagen ich brauche dich jetzt und weiss niemanden, dem sie sich zuzumuten wagt, war sie doch selber auch nicht da in den letzten Monaten und Jahren.
Wenn es bloss einfacher wäre, existenzielle Sorgen vor den Kindern zu verbergen, denkt sie und krümmt sich unter den Bauchschmerzen, die ihr der Kloss da drin bereitet, heimlich, hinter geschlossener Türe, bevor sie wieder Normalität zu spielen versucht.
Sonntag, 12. März 2017
Sonntagabend
Die grösste Herausforderung, welche die Pubertät für mich als Mutter bereit hält, ist die treffsichere, schonungslose, kompromisslose Konfrontation mit meinen eigenen Schwächen. Die grösste Chance, welche die Pubertät mir als Mutter bietet, ist die treffsichere, schonungslose, kompromisslose Konfrontation mit meinen eigenen Schwächen.
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