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Montag, 29. Mai 2017
Reisefieberschub
Amsterdam, Südfrankreich, Sardinien, Elba, Korsika, Griechenland, Marakesch, Tschechien, Slovakei, Nizza, Duisburg, diverse Stationen in der Schweiz, Senegal... Ok, verteilt auf fünf junge Menschen und drei Monate mag das wieder übersichtlich klingen. Aber ganz ehrlich: Mir wird manchmal schon fast etwas schwindlig, wenn die Kofferpackerei zum Dauerthema, Wer-wann-mit-wem immer schwerer überschaubar und das Warten auf Lebenszeichen zur intensiven Loslassübung wird. Es zieht sie hinaus in die Welt, sie wollen Neues entdecken, verreisen mit ihrer Klasse, die Weite des Meeres spüren, Grenzen auslosten – und ich glaube sich manchmal auch ergötzen an meinem mütterlichen Erschrecken, welches ich unter allem Staunen über soviel Lebensfreue und Abenteuerlust nicht immer ganz verbergen kann.
Irgendwann gehe ich auch, habe mir versprochen, einmal im Leben mindestens noch eine Sandburg zu bauen und dann zuzuschauen, wie sie von den Wellen weggespült wird. Vorerst warten noch fünf Wochen Schule und ein paar Abschieds- und Willkommensfixpunkte. – Jemand muss ja bleiben, sonst ist es kein Weggehen.
zum Beispiel...
zum Beispiel...
Samstag, 27. Mai 2017
Fülle
Es geht aufwärts mit meinen Kräften, sosehr, dass ich heute morgen zum ersten Mal seit einem Monat wieder aufwärts gegangen bin, langsam, aber glücklich. Es war ein Bad im Grün, warm, duftend, lebendig. Die Gräser blühen, sind Wunderwerke im Kleinen
und wirken Wunder in der wogenden Weite der Wiesen.
Und von überall grüssen rötlich jung die Nussbäume. Dankbarkeit, soweit der Atem reichen.
Freitag, 26. Mai 2017
Windworte
Die Sehnsucht ist die Schwester des Windes. Berührt vom Licht streckt sie ihm die offene Hand entgegen: Ich gebe dir, was du mir schenkst. Ich empfange, was ich dir anvertraut habe. Die Flüchtigkeit des Augenblicks wird zum Träger des Lebens, der Wunsch nach Sinn erblüht zur stillen Hingabe. Kein Wort vermag zu fassen, und zärtlich trägt der Wind hinfort, was niemals war und ewig ist. Zu dir. In mir.
Mittwoch, 24. Mai 2017
Auftakt
Diese Leichtigkeit, die vier unterrichtsfreien Tagen vorausweht! Diese Entspannung, die sich hinabsenkt. Diese Sehnsucht, die zu leuchten beginnt. Diese Müdigkeit, die sich nicht mehr zu verstecken versucht. Dieses Spiegelbild – das fremde. Komm, Nacht, hülle ein mit deinem heilsamen Schleier all dies.
Dienstag, 23. Mai 2017
Samstag, 20. Mai 2017
Trotzdem
In der Gegend, in der ich wohne, gibt es sehr viele Nussbäume, grosse, alte, stille, geduldige, grosszügige Wesen. Mir fallen sie meist nur im späten Herbst auf, wenn vorwiegend ältere Menschen mit einer Plastiktüte ausgerüstet unter ihnen langsam Schritt um Schritt tastend im nassen Gras nach gefallenen Früchten suchen.
Wie viele Bäume es jedoch tatsächlich sind, habe ich erst in den vergangenen Wochen realisiert, nachdem nämlich die jungen Blätter und Blüten in einer Nacht allesamt erfroren waren. Während ringsum das Grün immer üppiger und die anderen Baumkronen immer dichter wurden, blieben sie kahl und trist dazwischen stehen, durch die abgestorbenen Triebe traurigschwarz gezeichnet.
Und heute fand ich nun dies:
Das braucht wohl keine Worte. Früchte wird es keine geben dieses Jahr, aber die Bäume leben!!!!
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