Zwischen Billetkauf und Konzertbeginn bleibt mir eine halbe Stunde, die
ich dazu nutze, einen neu öffentlich zugänglichen Ort am Rhein zu
erkunden. Ich bin sicher, der ist extra für mich geschaffen worden.
Abseits vom Touristenstrom und Festgetümmel der Massen hat die Stadt
eine kleine, über Treppen begehbare Gartenanlage am Fuss der alten
Herrschaftshäuser geschaffen. Ohne Wegweiser.
Ein paar Schritte in die Tiefe und ich gehe über einsame Kieswege, stehe erstaunt in einer lauschigen Laube
und habe zwei Stockwerke tiefer eine neue, ungewohnte Perspektive auf die älteste Brücke der Stadt.
Die schnell ziehenden Wassermassen bilden einen bewegten Kontrapunkt zu den kugelig kompakten Efeufrüchten,
Plötzlich bricht das Abendlicht mit Goldkraft durch die Wolken und verwandelt Schatteneinsamkeit in helle Zweisamkeit.
Gleichzeitig kriegen die steinernen Treppenstufen ein himmlisches Tupfenmuster.
Im Schutz der Laube warte ich auf den Regenbogen,
der nicht lange auf sich warten lässt.
Eigentlich wäre ich jetzt satt, bräuchte keinen Messias und keine redselige Sitzplatznachbarin, welche mich fragt, ob ich auch ein AHV-reduzierte Karte hätte. Halleluja.