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Mittwoch, 4. Juli 2018

Sommerferienrätsel

FrauWind hat für den Start in die erste Ferienwoche die Wahl zwischen drei Projekten:
  • Steuererklärung ausfüllen (dringend, innerer Widerstand gross)
  • Hecke schneiden (sehr dringend, Motivation je nach Hitze...))
  • Fotobuch gestalten (nicht dringend, Lieblingsbeschäftigung)
In welcher Reihenfolge arbeitet sie?

Dienstag, 3. Juli 2018

Sommerferien Tag 4

Das grösste Geschenk des heutigen Tages trifft soeben ein! Türen schlagen zu, der Garten rauscht eine dramatische Windmusik, von ferne rumpelt dunkles Grollen herüber, es duftet nach Erlösung – und es regnet!

Es regnet!
Es regnet!
Es regnet!

(Ich gehe jetzt mal Fenster schliessen!)

Sonntag, 1. Juli 2018

Sommerferien Tag 2

Altehäsinnentränen nach dem Aufbruch der Interrailtochter. Laut Ferienplanungsliste sehe ich sie erst in einem Monat wieder. Der grosse Bruder hat kurz zuvor gefragt: "Hast du einen Pfefferspray? Den brauchst du so alleine." Sind zwei Frauen alleine?

Samstag, 30. Juni 2018

Sommerferien Tag 1

Ferienbeginn. Die Gefühle ähneln sich jedes Jahr. 6 Wochen Chance und gleichzeitig riesige, liegen gebliebene Arbeitsberge, Aufbruchstimmung im Haus, am Vormittag das Treffen fürs Sommerlager auf dem Bahhofplatz, wo einige Lagerleiter ins Thema einführen,

mit klopfenden Herzen von TeilnehmerInnen und Eltern beobachtet, Vorfreude bei den alten Hasen, gemischte Gefühle bei den Neulingen. Die Altenhaseneltern freuen sich auf eine Woche "sturmfrei", jene der Neulinge versuchen, nicht zu zeigen, wie sehr sie das Loslassen noch üben müssen. 


Dann fahren die schrägen Vögel los 


und die schweren Rucksäcke, welche meist die Eltern noch hierher geschleppt haben, werden jetzt geschultert. 

Wie jedes Jahr kommt es mir vor, als würde das gelbe Monster die Gruppe verschlucken. 

Als alte Häsin ohne sturmfrei kehre ich nach hause zurück. Eine der Töchter ist eben aufgestanden, sucht Wäsche zusammen. Sie reise morgen nach Kopenhagen, erfahre ich. Die Waschmaschine beginnt ihren heutigen Marathon. Ich setze mich für den ersten ToDoListenpunkt an den Computer. Gestern hätte ich die Zusammenstellung meiner Weiterbildungen abgeben sollen, samt persönlichem Fazit zu jedem Kurs. So fädle ich mich durch Mails, Unterlagen, Erinnerungen, Protokolle und nehme mir vor, im neuen Schuljahr immer sofort.... wie jedes Jahr eben. Auf der Speicherkarte der Abschiedsbilder sind auch welche aus dem Schulzimmer der letzten Tage. Ich beginne damit zu spielen, vergesse die Zeit. Das ist vielleicht die grösste Ferienchance, dieses Vergessendürfen, diese Grosszügigkeit, die ich mir gegenüber in diesen Wochen erlaube.
Nun sind auch die beiden Langschläfer aufgestanden, zelebrieren Frühstück und erzählen sich von ihren Abschlussparties der letzten Tage. Das fühlt sich noch immer neu an. Sie sind so gross, so selbständig und glücksschmiedig unterwegs. Ich beobachte dieses Lebendigsein aus der Distanz, rieche das Gemisch von verschiedenen Duschmitteln, Shampoos, Kaffee und gerösteten Nüssen, höre das Lachen von Bruder und Schwestern, ihre Musik ist heute beschwingt, kein weckender, harter Bass wie sonst oft am Morgen.
Eigentlich steht jetzt das Schneiden der Hecke auf meinem Programm. Doch die 30° im Schatten mahnen mich zur Vorsicht. Dann sitzt die Dänemarktochter auf dem Rad, ruft tschüss, will in die Stadt zum Bahnhof fahren, von dort mit dem Zug in die Landershauptstadt an ein Theater, wird weit nach Mitternach zurückradeln und dann um sieben Uhr früh aufbrechen gen Norden. Die Schwestern umarmen sich zum Abschied, stellen dann fest, dass sie sich am 28. August frühestens wiedersehen werden, drücken sich daher noch einmal etwas fester und weg ist sie. Kurz darauf sucht einer seine Badehose und findet sie nach nervösem Durchwühlen aller möglichen Wäscheberge in seinem Schrank. Er wird sich beim Rheinschwimmen abkühlen. 
Ich lege einen Sechswochenplan auf den Familientisch. Bitte einschreiben, wann ihr die kommenden Wochen hier seid, schreibe ich dazu. Vermutlich wird er ziemlich leer bleiben.
Die Waschmaschine dreht zuverlässig ihre Runden.

Freitag, 29. Juni 2018

...

"Ich mag nicht eilen, nicht rasch mich bewegen, weil ich diesen Morgen trage wie einen zerbrechlichen Schatz, wie ein Wunder, welches sich auflöst, wenn es zu heftig oder zu laut wird, wie ein Reh, welches in Riesensprüngen in den Schutz des Schattenwaldes rennt, wenn es Bewegung wittert, wie ein Geheimnis, welches es zu schützen gilt vor den draufgängerischen Machern des materiellen Realismus. Dabei ist es dieser sanfte Ort, an dem das wahre Leben mit all seiner Verwobenheit sich nährt, ob wir es erkennen können oder nicht, ob wir wach sind oder schlafen." gb060716
was sind zwei Jahre?

Donnerstag, 28. Juni 2018

Feuer und Flamme

und Rauch. Ja, vorallem den sah ich, als ich heute früh kurz vor sieben talauswärts fuhr. In einer riesigen Säule stieg er im Gegenlicht auf und ich war mir nicht sicher, ob es nicht auch Dampf sein könnte von der Grastrocknerei in jener Richtung. Ich konnte den Rauch auch noch sehen, als ich zum Schulhaus kam, doch da ich mir selber erklärt hatte, dass gewiss irgendein Heuhaufen Funken gefangen hatte, machte ich mir keine weiteren Gedanken, bis eine halbe Stunde später eine Kollegin im Treppenhaus fragte, ob ich es gesehen habe, das Haus jenseits der Sortplatzes, welches abgebrannt sei. Jetzt eilte ich auf die Terasse und erschrak zutiefst. Mitten in dem Quartier, in welchem vier meiner SchülerInnen wohnen, stieg dichter Qualm aus einem verkohlten Dachgerippe. Wasserfontainen zielten mitten hinein. Was, wenn eine dieser Familien betroffen war? 
Zu meiner unendlichen Erleichterung standen sie dann aber bald darauf alle vier aufgeregt durcheinander erzählend vor mir. Und statt noch einmal an gestern Abend zu denken und uns gegenseitig zu erzählen von unserem Klassentheater, welches wir vor den Etern zum Schuljahresabschluss aufgeführt hatten, hörten wir Geschichten von Hunden, welche dir Nachbarin geweckt hatten und dann panisch wegrannten, als die Feuerwehr kam und seither verschwunden waren. Von der ganz alten Frau, die da alleine gewohnt hatte und in den Krankenwagen einsteigen musste, von Rauch, der in die Stube zog und Flammen, die aus den Fenstern schlugen, von Sirenenlärm, wecher die halbe Klasse in den frühen Morgenstunden geweckt hatte. Es roch nach Rauch im Schulzimmer. Ich denke an die Frau, den ganzen Tag denke ich an sie. Sogar während der Maturfeier des Sohnes fliegen meine Gedanken zu ihr, die in meinen Alpträumen ich bin. 

Mittwoch, 27. Juni 2018

Ja

Denke über die Erfahrungen nach, die dich verändert haben und die zu deinem Wachstum beigetragen haben. Je schöner und voller die Erinnerung ist, desto schwieriger kann man sich davon trennen. Aber die Dankbarkeit verwandelt die Erinnerung in eine stille Freude.
Deepak Chopra