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Dienstag, 9. Oktober 2018

Ferienjob

Das Material, aus dem jedes Jahr eine Woche meiner Herbstferien gemacht ist, ist soeben angekommen. Mein Winter 19/20 darf kalt werden! Auf gehts! Beigen statt schreiben!


Montag, 8. Oktober 2018

...

Ich weiss heut nicht so recht, was ich schreiben soll und ob. Sitze mit soner wohlbekannten Verwandlungssehnsucht vor dem leeren Fenster und fühle tonlose Mutterfarben mich durchwehen. Loslassen heisst nicht Nicht-Mitfühlen, oder? Da streifen mich immer wieder aus den verschiedenen Richtungen Freud und Weh der unterschiedlichen Erfahrungen von den jungen Liebes- und Beziehungswegen. Man muss sich sehr, sehr weit zurück nehmen, um alldies einfach zu beobachten, zu vertrauen, dass ihre Erfahrungen diejenigen sind, die sie brauchen, dass sie stark genug sind, den Schmerz zu integrieren, dass sie ehrlich mit sich selber sind und dann auch miteinander, dass sie mutig sind, oder halt nicht. Auch das. 
In solchen Momente fnde ich das Alleinsein mit mir und dem, was ich beobachte, besonders anspruchsvoll.

Samstag, 6. Oktober 2018

WWW

So viele Lieblingswörter beginnen mit W! 
Wort, Wetter, Wolke, Wind, Wandel, Winter, Weite, Wasser, ... 
witzigerweise habe ich bereits vor mehr als einem Jahr einen Post so benannt, 
in dem ich auch von den Bergen berichtete.
 
Lange Zeit gehörte es zu meinem Tagesritual, mindestens einmal täglich die Webcam meiner Bergferienheimatgegend zu besuchen. Ich liebte es, mir den Himmel vorstellen zu können, unter dem die Menschen dort arbeiten und welcher sich spannte über das Tal, in dem meine Sehnsucht so oft Ruhe fand. Zu fast jeder Tages-und Jahreszeit schaute ich hinüber und sammelte Bildschirmfotos (über 160!) ...



Im November 2016 dann standen mitten im Bild diese Stangen. Ich hoffte, dass ich mich täusche und war froh, dass sie bald im Nebel und kurz darauf ganz verschwanden.
Zum Beginn der Skisaison im Dezember waren sie weg 
und als es bei uns längst Frühling war, staunte ich fast täglich über die (stangenlosen) Winterbilder.

 20.4.17
 19.5.17

Doch dann ging es plötzlich ganz schnell. 
Keine Woche später, am 24. Mai, war fast aller Schnee geschmolzen und die exponoierteren Hänge färbten sich sichtbar im Halbtagesrhythmus grün und grüner.
 Dann verschwand die Webcam. 
Und als sie wieder aufgeschaltet war, zeigte sie bloss noch den Blick gegen Süd-Osten. 
Davon gibt es in meiner Sammlung nur noch ein einziges Bild vom 5. Januar dieses Jahres. 
Ich besuchte die Seite kaum noch.
Bis Anfang dieser Woche: Ich wollte wissen, ob es tatsächlich bereits geschneit hatte.

Das war am 2. Oktober.
und drei Tage später fand ich meinen Blick so.

Das wars dann wohl...

Freitag, 5. Oktober 2018

Nebel

Manchmal scheint es unumgänglich zurückzublicken, um zu verstehen, warum man genau so genau da steht wo man steht. Das ist erhellend, heilsam, aber es braucht Kraft, macht müde und birgt eine unheilvolle Gefahr: Da entsteht ein Sog, sobald die Identifikation mit der Vergangenheit das Zepter übernimmt. Da lauert das Gespenst der Opferperspektive und versucht, den Mut zur Freiheit zu erwürgen. 


Es kann unheimlich anstrengend sein, aber es ist so wichtig, dass dann der Wille übernimmt, dass er die Umkehr zurück in die Realität ermöglicht und fühlen lässt, was die Spuren, diese tiefen, vermutlich unauslöschlichen Spuren genau jetzt bewirken, nicht in der Geschichte, sondern im Jetzt, nicht denkend, sondern fühlend. 
Und dann, wenn dieses Fühlen Raum bekommt, beginnen sich die Schleier zu heben. Dort, wo ich diese Enge spüre und bejahe, macht sie einem tiefen Atemzug Platz. Dort, wo ich die Angst in allen Fasern meines Systems erkenne, beginnt die Entspannung. Wenn ich die kreischenden, harten Stimmen in meinem Kopf zu schweigen gebiete, höre ich plötzlich eine warme Stimme im Herzen.


Wahrscheinlich brauche ich auf diesem Weg immer wieder Hilfe, aber wer sagt denn, dass es alleine zu schaffen ist?

Mittwoch, 3. Oktober 2018

von Hand

Ich habe etwas Wunderbares geschenkt bekommen: Einen handgeschriebenen Brief, sechs Seiten beschrieben mit blauer Tinte. Ich habe ihn das erste Mal in der Küche gelesen und dann gleich nochmal auf dem Sofa, und jetzt liegt er auf dem Tisch. "Was ist das?" hat die Tochter gefragt. Ob das so etwas sei wie ein Tagebuch. Und warum man sich denn früher solche Briefe geschrieben habe. Was man denn da alles geschrieben habe. Und ob ich das auch getan habe. 

Und ich überlege mir, ob ich es noch könnte: Ein weisses Blatt Papier, ein Stift, keine Löschtaste, kein Zurück. Keine Floskeln, keine Bildchen. Mein "schriftliches Denken" hat sich sosehr verbunden mit der Tastatur, sogar Tagebuch schreibe ich in einen digitalen Ordner.

Und keine Schrift verrät mehr, ob ich müde, gestresst, sorgfältig, langsam oder hastig geschrieben habe, ob die Gedanken und Worte mich fast überrollten oder ob ich nach jedem Satz lange am Stift drehte, bevor ich den nächsten gebar.

Das waren noch Zeiten, als im Briefkasten Briefe lagen, deren Absender man an der Schrift der Adresse erkannte und die ein Unikat waren, ohne Doppel und Sicherungskopie.

Das war gestern!


Montag, 1. Oktober 2018

Voten

Das Viedeo vom Sohn und seinem Freund steht nun für vier Tage im Netz, um Stimmen zu sammeln.
Es ist eine – spezielle – Geschichte, die sie sich haben einfallen lassen, nachdem sie das Thema bekommen hatten: "Schuld". 72 Stunden hatten sie Zeit für die 72 Sekunden Film. 

Ich würde mich für die beiden freuen, wenn sie auch auf diesem Weg zu ein paar Zusatzpunkten kommen könnten.

Hier geht es zum Wettbewerb.

Ferienchancen

Ohne Wecker wach werden
Den zweiten Teil des Weges zur Schule zu Fuss gehen, dauert etwas mehr als eine Stunde
Beim Vorbereiten in einen Flow kommen, der nicht gedrängt wird von der Zeit
Dem Regen lauschen

Wenn ich jetzt gehen müsste und mir die Frage gestellt würde, was ich zu wenig getan habe in meinem Leben, ich würde in dieses Geräusch meine Rückwärtssehnsucht legen: Ich habe zu wenig dem Regen im Wald gelauscht.
Vielleicht bleibt mir die Zeit, das zu ändern.