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Dienstag, 29. Januar 2019

unter anderem

Was ich noch nicht kann:
In meiner Ruhe bleiben, akzeptieren oder gar verstehen, wenn Eltern die Wahrnehmung ihres Kindes zur objektiven Realität machen und ohne Rückfrage Vorwürfe und Forderungen daraus generieren. Und ich weiss auch nicht, wie ich in meiner Unsicherheit und Enttäuschung später darüber sprechen kann, ohne aufgebracht zu sein. Spiralbildung im unguten Sinne ist das, und schwer, daraus wieder auszusteigen. Wie sehr ich manchmal weise, erfahrene Gesprächspartner vermisse.

Sonntag, 27. Januar 2019

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Heute habe ich zum ersten Mal nur mit dem Ältesten und der Jüngsten zusammen gefrühstückt. Es gibt fast unzählige verschiedene Konstellationen in unserer Familie. Einige davon haben sich noch kaum je ergeben.
Später habe ich zum ersten Mal eine Gitarre neu besaitet und dabei einiges gelernt.
Und kurz darauf habe ich zum ersten Mal ein langes Gespräch mit einem der Lehrerpraktikanten geführt. Es ist schon speziell und spannend, dass diese jungen Kollegen und Kolleginnen nun im Alter meiner ältesten Kinder sind (und ich im Alter ihrer Eltern, von denen er erzählte, sie beginnen das Alter zu spüren und die Grenzen ihrer Kräfte.).

Soweit mein Wort zum Sonntag.

Samstag, 26. Januar 2019

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Meist sind letzte Male unbewusste Momente. Erst im Rückblick wird Endgültigkeit erkannt. Selten weiss man mit Sicherheit, dass man einen Menschen zum letzten Mal sieht oder einen Ort zum letzten Mal verlässt oder ein Fest zum letzten Mal feiert.
Ausserdem sind die meisten letzten Male unbedeutend und bleiben unbemerkt.
Ich trage Erinnerungen an letzte Male tief in mir drin an hellen, warmen Zufluchtsorten. 

Heute kommt eines dazu, das jedoch nicht in die Tiefe sinken wird, sondern den Lauf der Zeit sehr intensiv verdeutlicht, das nahe Ende eines Lebensabschnittes ankündigt.
Zum letzten Mal war ich heute zum Putzdienst in unserer Familienschule eingeteilt. Und weil ich alleine putzte, konnte ich meinen Gedanken freie Bahn lassen, mit ihnen zurück wandern durch 18 unglaublich reiche, manchmal auch anspruchsvolle Jahre an diesem Ort, durch innige, glückliche Unterstufenjahre, durch Pubertätswirren, Freundschaftsbegegnungen, Projekte, intensive Mitarbeitsphasen und jetzt immer mehr am Rand, langsam leise fremd werdend. Eine junge, neue Generation übernimmt, gestaltet mit, färbt. Noch ein paar Monate bleiben, zwei Elternabende vielleicht, zwei öffentliche Klassenprojekte – aber nie wieder Putzen.
Gut so (aber auch wehmütig traurig). 
Meine Kinder sind keine Kinder mehr.

Freitag, 25. Januar 2019

Eiswunderfreitag

Schon wieder steht ein Wochenende vor der Tür. Das Ding mit der Zeit kommt mir immer mehr abhanden...

Es ergab sich heute spontan:
Die Klasse macht die ersten Annäherungsversuche an die Multiplikation. 
6+6+6+6+6+6+6 stand an der Wandtafel für die sieben Eierkartons, die nebeneinander gestellt worden waren. "Hast du all diese Eier selber gegessen? Das sind ja unendlich viele!" meinte einer.
Da wurde nun heftig addiert, und die meisten Antworten trafen ungefähr in die richtige Richtung. Irgendwann stand da 7x6 = 42.
"Das ist eine der schwierigsten Malaufgaben, die könnt ihr für den Moment wieder vergessen," lachte ich, um sie nicht gleich zu entmutigen. Doch dann sagte ich: "Wisst ihr was? Ich gebe euch dies als Hausaufgabe. Ihr müsst diese Rechnueng 7x6 = 42 bis Montag wieder vergessen!"
Etwas später fragte ich dann: "Hat jemand die Hausaufgabe schon geschafft?" – und in der Pause kamen einige gerannt: Wir wissen es immer noch!!" und im Turnen am Nachmittag und beim Tschüss sagen... Voller Begeisterung wurde diese eine Mulitiplikation gesungen, gelacht, gerufen, und die Freude über meine gespielte Enttäuschung über ihr Nichtvergessenkönnen war goldig.
Zwar kamen einige wiederholt zu mir und wollten wissen, warum ich das verlange, und ihre Mutmassungen über meine Absicht waren so herrlich, dass ich gar nicht auf die Idee kam, etwas davon zu erklären.

Am Montag werde ich ihnen dann die Geschichte erzählen von einem Mädchen in ihrem Alter, welches auch in die zweite Klasse ging. An einem wunderschönen Frühlingstag war es auf dem Heimweg von der Schule, und dort, wo der Quartierweg von der Strasse abbog, stand ein reisger Birnbaum, welcher in alllerschönster Blüte stand. Dem Mädchen war, es hätte so etwas Wundervolles noch nie im Leben gesehen. Der ganze Baum leuchtete in strahlendem Weiss, Vögel sangen, Bienen summten. Das Mädchen konnte den Blick nicht abwenden von dieser Schönheit, es kam ihm vor, als wäre sein Blick an den Baum gebunden. Langsam ging es rückwärts den Weg hoch, die Augen ununterbrochen beim Baum. 
Irgendwann stand es vor der Einfahrt zum Haus seiner Familie. Jetzt muss ich rein, wir müssen essen, sagte sich das Kind und wurde dabei ganz traurig. Es hätte hier bleiben wollen, immer. Da fasste es einen Entschluss. "Ich muss den Baum und dieses Bild vergessen, einfach wegmachen aus mir, dann kann ich reingehen!" dachte es und rannte zur Tür. Dann sass es am Tisch und versuchte zu vergessen. Abends im Bett versuchte es, an etwas anderes als an den Baum zu denken und schaffte es nicht. Je mehr es versuchte zu vergessen, desto tiefer sank das Bild von diesem Birnbaum in sein Herz. Und es gibt im Leben dieses Mädchens, welches längst eine Frau geworden ist, nur ganz wenige Dinge, an die es sich noch so gut erinnert, wie an diesen Birnbaum.

Ob ich ihnen auch erzähle, wer dieses Mädchen war, weiss ich noch nicht. Vermutlich wird es die eine Schülerin, die dem Mädchen von damals in manchem ähnlich ist, spüren und wissen.

Donnerstag, 24. Januar 2019

Eiswunderdonnerstag

und dann kam die Sonne....


„Wir müssen auf unsere Seele hören, wenn wir gesund werden wollen. Letztlich sind wir hier, weil es kein Entrinnen vor uns selbst gibt.
Solange der Mensch sich nicht selbst in den Augen und im Herzen seiner Mitmenschen begegnet, ist er auf der Flucht.
Solange er nicht zulässt, dass seine Mitmenschen an seinem Innersten teilhaben, gibt es keine Geborgenheit.
Solange er sich fürchtet durchschaut zu werden, kann er weder sich selbst noch andere erkennen. Er wird allein sein. Alles ist mit allem verbunden.“
Hildegard von Bingen

Mittwoch, 23. Januar 2019

Eiswundermittwoch

Dringende Notfälle dürfen auf den Beantworter sprechen. Seit einer Stunde überlege ich mir, ob ich ein dringender Notfall sei, oder besser gesagt, spüre ich, dass ich nie und nimmer den Mut haben werde, mich als solchen zu bezeichnen. Und wenn ich dann am Nachmittag zur regulären Zeit anrufe, sind alle Termine vergeben an die mutigeren SelbsteinschätzerInnen.

Es hat ein Häubchen geschneit heute früh. Die Eiswunder sind überzuckert. Ein weissgrauer Himmel hängt tief ins Tal. Und doch ist das Licht bereits anders als im Dezember. Ich liebe den Januar mit seinen wachsenden Tagen.

Eben hat der Förster angerufen, um meine Holzbestellung zu bestätigen. Voraussichtlich wird das Holz in den nächsten Tagen direkt hier oben am Waldrand geschlagen werden, Bäume also, die meine Nachbarn sind. Die Geschichte der Winterwärme 2020/21 beginnt früh diesmal – und emotional. 

Und nun begebe ich mich mit der Hausmittel-Einkaufsliste von Doktor I-nett auf Einkaufstour. Ich habe mich entschieden, kein Notfall zu sein.

Dienstag, 22. Januar 2019

Eiswunderdienstag

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