Es ist spät geworden. Nach dem Essen hat eines der "Kinder" Videos abzuspielen begonnen, die der Älteste vor acht, neun und zehn Jahren gedreht und vor kurzem geteilt hat. Verborgen und offensichtlich hatte er damals Kameras aufgestellt und den Alltag gefilmt und hat damit Zeugnisse geschaffen aus einer Zeit, die ich fast nur durch den Schmerzschleier erinnern kann.
Es ist unmöglich, Emotionen von zwei Stunden Rückblick zusammenzufassen. Es ist fast nichts mehr, wie es war, nur einzelne Bewegungsmuster und Eigenarten der ProtagonistInnen sind wiederzuerkennen. Aber wir tragen diese Zeiten in uns, dieses Grossfamilienmiteinander mit allem, was dazu gehörte.
Dass der Sohn beim Zuklappen des Laptops den Arm um mich legt und danke sagt, rührt mich, deckt sich aber nur sehr peripher mit dem, was ich selber empfinde.
Das Danken muss (muss?- will ich es denn gar nicht?) ich wohl erst wieder lernen.