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Dienstag, 7. Dezember 2021

341/365 mit ohne

Neben dem Kürbissuppenkochen habe ich im Wochenblatt geblättert und eine schön formulierte Interpretation meiner Sternenkostellation gefunden. Ich müsste da mal nachfragen, ob man dort oben auch einen Wellnessplatz ohne Herzblatt buchen kann. Denn was es nicht gibt, kann man ja auch nicht einquartieren.


Montag, 6. Dezember 2021

340/365 Nikolaus

Hast dus gewusst? Oder bin ich der letzte Mensch des Universums, welcher in dieses wunderbare Geheimnis eingeweiht wird? Gelüftet wurde es heute in der Geschichte, die ich in der Klasse vergelesen habe. Versteckt ist es in einer hellen Schale, ummantelt von einer rotbraunen Haut und zwischen zwei miteinander verbundenen Kernenhälften.




Sonntag, 5. Dezember 2021

339/365 Muttersein

Den heutigen Tag habe ich voll und ganz in der Mutterrolle erleben dürfen, auswärts, an der Bachelorfeier der Tochter. Ich liebe meinen Beruf als Lehrerin, aber in solchen Momenten wird mir auch klar, wie unersetzbar tief und erfüllend dieser Teil meines Lebens ist. Es lässt sich gar nicht festmachen an konkreten Gegebenheiten, auch nicht an Gesprächen oder Erlebnissen. Es ist eine Dankbarkeit, die mit den Zellen, mit dem ganzen Sein verwachsen, verbunden ist. Auch wenn nach einigen Stunden fast alle (von denen, die dabeisein konnten) wieder in andere Richtungen aufbrechen, auch wenn ich nur ahnen kann, was ihr Leben als erwachsene Menschen erfüllt und ausmacht, es ist gut wie es ist. Es ist echt. Die ewigen Zweifel, die mich als Lehrerin antreiben, immer noch mehr und noch besser, noch individueller und noch differenzierter zu werden, den spürte ich als Mutter nicht. Ich war oft müde, an der Grenze meiner Kraft, unsicher bestimmt auch, ungeduldig, unperfekt. Aber ich war immer mit meinem ganzen Herzen und mit einem unzerstörbaren Ja Mutter.

Vielleicht veridealisiere ich. Doch heute bin ich dankbar und still glücklich, wie ich das als Lehrerin nie bin, nicht sein kann.

Samstag, 4. Dezember 2021

338/365 vom Weihnachtsmann

Der Oetinger-Verlag öffnet jeden Tag ein Türchen, hinter welchem sich eine Geschichte oder ein Autorenportrait verbirgt. Heute las die Autorin Kirsten Boie ein Stüclk aus ihrem Buch "Für immer Sommerby". Ich sass wie ein Kind vor dem Bildschirm und lauschte, wie ihre Worte Bild um Bild und Stimmung um Stimmung malten, fühlte mit und lachte erleichtert, als das mit dem Geschnkpapier....

Aber hört doch selbst. Die Vorlesesequenz beginnt bei 15:30 und dauert etwa 15 Minuten.

Freitag, 3. Dezember 2021

337/365 Ka...........

Es gibt ein Wort, dessen Rechtschreibung ich jedes Mal, aber wirklich ausnahmslos jedes Mal nachschlagen muss, wenn ich es verwende. Ich wollte es eben in die Betreffzeile schreiben und wusste wieder nicht, wieviele s und l und r dazu gehören.
Das stimmt so nicht ganz: Es gibt einige Wörter, die sich in meinem Kopf so orientierungslos verhalten, das K-Wort ist nur eines davon. Es dreht sich im Kreis – nicht nur in meinem Kopf.

Donnerstag, 2. Dezember 2021

336/365 Glücksmomente

20211202
Amerikanische Schreibweise, erklärt die Tochter. Mit diesem Zahlenspielvirus habe ich alle ein Stück weit angesteckt, auch wenn die einen bloss ironische Sprüche darüber machen. Auffallen tut es allen, wenn Zahlen nicht nur praktisch und Informationen vermittelnd nebeneinander stehen, sondern Schönheit, Klarheit, Verbindung tragen.
Und dann philosophierten wir zu dritt darüber, was es bedeutet, jemanden zu kennen. 
Ich glaube, die Pubertät ist eben daran, sich aus unserem Haus zu schleichen, heimlich, unbemerkt, um dann von weitem zu grinsen, wenn wir plötzlich dastehen und merken: Das war einmal und ist nicht mehr.

Mittwoch, 1. Dezember 2021

335/365 neue Zeiten

Früher, als die Kinder noch Kinder waren, wurden die frischen Weihnachtsguzli immer in einer Dose weggestellt bis Weihnachten. Vor dem Heiligabend gab es kein einziges Stückchen davon. Das war einfach so, da fragte keine, da setzte sich keiner darüber hinweg. Advent war eine Zeit des Wartens, des wachsenden Lichtes, der Vorfreude. Ich gab das vor, die Familie bewegte sich in diesem Rahmen. (Das fühlt sich aus der Distanz seltsam an.)
Heute überkam es den Sohn. Er zauberte zwei Sorten Sterne, Monde und Pilze und präsentierte sie stolz nach dem Backen. "Nimm einfach", sagte er und schaute mir zu, wie ich in den lauwarmen Halbmond biss. Mal sehen, wieviele es in die Dose schaffen...