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Freitag, 9. Februar 2024

Lebenszeichen

Am 9. Februar vor 15 Jahren begann der schwerste Weg meines bisherigen Lebens, auch wenn ich das zu dem Zeitpunkt nicht wusste. Die Kinder schlittelten am verschneiten Hang hinter dem Haus, als ich mit der Jüngsten losfuhr ins Krankenhaus. Es war ähnlich dämmrig wie jetzt. 

Mirjam würde nie wieder zurück kommen.

Als ich vorhin nach Hause kam, sangen zwei Amseln im Duett im Quartier. Die Amseln gehören mit zu der Geschichte, aber auch zu manch anderen in meinem Leben.

Heute beginnen an diesem 9.2. die Fasnachtsferien. Ich weiss nicht, ob ich Ferien schon mal sosehr herbei gesehnt habe wie diesmal. Vor dreieinhalb Woche legte mich dieser Infekt ins Bett, eine Woche später ging es nicht gut, aber es ging, und seither habe ich mich von Tag zu Tag, von Elterngespräch zu Elterngespräch, von einer Herausforderung zur nächsten gehangelt. Husten, Erschüpfungszustände, die ich nicht kannte, Schmerzen in Kopf und Hals, Appetittlosigkeit....

...und nun endlich die Berechtigung, mich gesund zu schlafen.

Hoffentlich seid ihr, die vorbeischaut, alle gesund und munter.

Lasst uns die Freude spüren über das wachsende Licht. Ich bin jedes Jahr von neuem erleichtert, wenn es tatsächlich wieder heller wird. Als hätte ich daran gezwefelt.

Dienstag, 23. Januar 2024

eine Ewigkeit später

So kommt es mir zumindest vor. Lange Nächte mit quälenden, insistierenden, unflexiblen Fieberträumen haben das Zeitempfinden verschoben und lassen mich nun gefühlt ein paar Wochen später wieder Halt suchen im Alltag.

Meine Stellvertreterinnen haben von vielen schwierigen Situationen in der Arbeit mit der Klasse erzählt. Trägt zumindest nicht zur Entspannung bei, wenn ich an den Wiedereinstieg morgen denke. 

Der Zweitjüngste schlägt heute die Anmeldungspflöcke für seinen zweiten Studiengang ein. Der erste Versuch hatte nur ein Semester gedauert. Damit hätten fünf der sechs die Wahl für die Startdisziplin in ihr Berufsleben gewählt. Fertig mit der Ausbildung ist erst der Älteste und das auch erst seit November. Nie hätte ich gedacht, dass Ausbildungen sich so in die Länge ziehen und immer wieder von persönlichen Lebensprojekten unterbrochen werden können.

Wird schon.


Mittwoch, 17. Januar 2024

Ups

 Gesagt. Gelebt. 

Nun liege ich mit Fieber im Bett. Für mich ist der umgekehrte Weg eine Herausforderung: zugeben, dass es nicht mehr geht, nach Hause gehen, die Klasse abgeben. 

Ich habe nun wie ein Stein geschlafen, heiss, tief. Als ich aufwachte, war ich überzeugt, dass es morgen ist. 

Waagerechtgrüsse

Dienstag, 16. Januar 2024

krank sein dürfen macht gesund

Heute haben neun Kinder gefehlt. Acht davon sind krank, die meisten mit einer heftigen Grippe. Ich staune oft, wie anders junge Eltern heute oft mit solchen Krankheitszeiten umgehen (müssen), wie schnell sie Medikamente geben, damit das Fieber verschwindet, damit das Kind möglichst schnell wieder zur Schule gehen kann, auch wenn es dort halt blass und müde noch etwas "herumliegt". Ich habe solche Zeiten als sehr besondere Phasen in Erinnerung, anstrengend und am Schlaf zehrend zwar, aber auch immer sehr umhüllt von Ruhe, Teeduft, Zeit für die einzelnen kleinen PatientInnen und ihre Bedürfnisse. Es scheint nicht mehr viele Kinderärzte zu geben, welche die Eltern in solcher Zuversicht stärken. Umso dankbarer bin ich, dass ich das anders erleben durfte.

Sonntag, 14. Januar 2024

Abweichungen

Unsere Weihnachtstischdecke stammt aus dem ex-schwiegergrosselterlichen Pfarrhaushaushalt und hat es sich angewöhnt, nur für dieses eine Essen unseren Familientisch zu schmücken. Ich wiederum hatte mir angewöhnt oder mehr noch: zum Ziel gesetzt, dieses edle Stück Tuch jeweils vor Jahresende wieder gewaschen und gebügelt in den Schrank zurückzulegen. Das Jahr war dadurch rechtmässig abgeschlossen.

Im letzten Durchgang war es irgendwie nicht zu schaffen. Heute endlich habe ich es gebügelt, und nun verbuche ich es eben unter einem meiner (nicht Neujahrs-)Vorsätzen, immer wieder Gewohnheiten zu durchbrechen und Dinge bewusst anders zu machen. 

Beim "bewusst" ist da noch Luft nach oben ;)!

Samstag, 13. Januar 2024

Winter

Vermutlich sind es die letzten Tage im Leben der Wiese hinter (oder vor) unserem Haus, an denen sie eine Schneedecke tragen darf. Bereits im Oktober ist sie nicht mehr – wie sonst üblich – nochmal gemäht worden. Ob das der Grund ist oder doch eher die Unfallgefahr durch die 24 Matallstangen, dass keine einzige Schlittenspur gelegt worden ist?

Ein Bild mehr, welches so unwiderruflich aufzeigt, wie die Zeit und mit ihr das Leben in eine einzige Richtung läuft. Die Felder verlegen sich immer mehr nach innen, werden Übfelder. Oben auf der Bank sitzt das Alter und winkt.

Dienstag, 9. Januar 2024

Nachher ist immer vorher

Die Mathestunde ist mir heute sosehr misslungen. Ich habe in der Vorbereitungen die eigentliche Chance meiner Idee nicht gesehen und erst danach realisiert, wieviel Leerlauf ich dadurch in Kauf genommen habe. Oh, wie mich das ärgert, obwohl es nichts nützt. Mir ist es wichtig, dass sich die Kinder bewegen, dass sie be-greifen, dass sie kooperieren lernen, dass sie dort abgeholt und unterstützt werden, wo sie aktuell stehen (und manchmal ist das auf dem Schlauch), und schliesslich sollte alldas helfen, das inhaltliche Lernziel zum Gegenstand der eigenen Forschung zu machen. Heute war da Bewegung, eine etwas missglückte Form von Kooperation und eine Spielform, die Spass gemacht hat, aber am eigentlichen Thema gearbeitet haben die wenigsten, weil ich die Chance meiner Idee.... Das sagte ich ja bereits.

Es ist schwer, die Arbeit aussen vor zu lassen hier, zu voll bin ich, vor allem, wenn ich damit beschäftigt bin, etwas im Nachhinein verändern zu wollen, was nicht mehr geht.

Und nun werde ich die Chorstunde von morgen vorbereiten. Singen mit 70 Sechs- und Siebenjährigen ist – anspruchsvoll.