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Samstag, 30. September 2017

Ferien

Zwei Wochen unterrichtsfreie Zeit, kein Wecker um 5 Uhr, kein Mittagessen vorkochen abends, dafür vielleicht Wiedersehen im Wald, intensiverer Kontakt mit Bergen verschiedener Art.
Ich habe meiner Kollegin versprochen, ein paar Tage ganz schulfrei zu gestalten, die ersten seit meiner Rückkehr aus den Ferien Mitte Juli. Schon die ersten Stunden lassen mich aufmerken. Kann ich überhaupt loslassen, will ich es? Ist die Schule zu meiner Sucht oder Flucht geworden? Hilft sie mir zur Seite zu schieben, was sich auf anderen Baustellen eigentlicht mit aller Macht auch in mein Leben drängen will?
Meine Träume der letzten Nacht sprechen von Aggression und Verwahrlosung. Meine Schweigepflicht wirkt wie ein bewegungshemmender Panzer. 
















Die halbe Stunde unbeschriebenes Wolkentreiben lasse ich so stehen.

Mittwoch, 27. September 2017

...

Liebe unbekannte, junge Frau, die du mich heute an der Haltestelle angesprochen hast. Dein Blick war so hell und mitfühlend, aus deinen Worten sprach soviel Anteilnahme und Verstehenwollen, ich spürte förmlich, wie du mich heilsam beschenken wolltest mit der ganzen Wärme deines sensiblen Wesens. Doch ich konnte nicht so reagieren, wie es deiner Intension entsprochen hätte. Ich bin zu dünnhäutig, zusehr erschrocken wohl auch, dass es so offensichtlich ist. Ich fühlte mich ausgestellt und meinte mich für meine Auffälligkeit entschuldigen zu müssen. Auf der Hinfahrt war da schon ein Kindergartenkind gewesen, welches unentwegt meine Hände angestarrt hatte, hie und da meinen Blick suchend, irritiert. Ich übe in solchen Momenten, übe, mich selber nicht zu reduzieren auf diese momentane Erscheinungsform, übe meine Konzentration dorthin zu wenden, wo Entspannung und Wärme spürbar ist. Doch als du dastandest in dieser Freundschaftlichkeit, da war ich einfach nur überfordert von meinem Anspruch an mich, genauso freundlich zu sein. Vielleicht hast du gut damit umgehen können, vielleicht habe ich dich verletzt. Ich danke dir jedenfalls für deinen Mut, mich anzusprechen. Verliere diesen Mut nicht. Leb wohl!

Dienstag, 26. September 2017

Alle Achtung

Wie ich es geniesse, die Spielsachen aus den dunkeln Kellerkisten ans Licht holen zu können, wieder spielende Kinder um mich zu haben, erleben zu dürfen, wie die Schülerinnen und Schüler bewegend und formend erfahren, üben, spu(e)ren,






und wenn es dann schliesslich still wird, nur noch das Geräusch der schwingenden Stifte zu hören ist, wenn alle versunken in die Endlosigkeit dieser Bewegung eintauchen, dann fühle ich mich unendlich beschenkt durch höchste, absichtslose Achtsamkeit.

Montag, 25. September 2017

Nektar

Es gibt Tage, da ist alles dünner, zarter und heller als sonst, die Luft, der Atem, die Grenze zwischen den Menschen und Welten, die Blicke, die Trauer, der Duft, das Realitätsempfinden. Die Gedanken im Kopf ziehen sich etwas zurück und es beginnt ein Klingen und Vibrieren sich über alles zu spannen wie eine Verheissung. Die Sprache, die sich formt, hat keine Worte, nur Gesten so durchsichtig wie Blicke und leicht wie tanzende Elfen. Da tauche ich ein und spüre die Hände, die zum Tanz sich mir reichen in der Tiefe der Träume. Und will ich sie fassen, so lacht ein verglühender Funke von kristallklarem Licht.

Samstag, 23. September 2017

Resonanz

Es geht mir hier nicht um richtig und falsch und auch nicht um ein Bekenntnis. Im Dschungel der Impulstextindustrie gibt es hie und da Gedanken, die in mir resonieren, in die ich mich entspanne, und einem solchen Text bin ich heute begegnet. Ich kenne den Autor nicht, aber ich kenne sehr wohl die Auflehnung gegen das Akzeptieren. Wie oft schon stand ich damit in der Sackgasse, bevor genau dort ...

Es sind die dunklen Phasen unseres Lebens, die uns Tiefe verleihen; uns ein Gefühl für wahrhaft Wertvolles und in Wirklichkeit Unbedeutendes verleihen.
Kaum jemand hat sich in solch einer Tiefe mit der Entstehung und Überwindung menschlichen Leids auseinandergesetzt, wie Gautama Siddharta, genannt der Buddha.
In seinen "4 edlen Wahrheiten" legt er auf zeitlose Weise dar, was Leiden ist, wie es entsteht und wie es überwunden werden kann.
Eines der Merkmale des Leidens ist die "Nicht-Dauer", denn alles in diesem Universum ist stets in Bewegung. Alles ist nur für eine Zeit - übrigens auch unser Leid. Eine Leihgabe, die uns die Unendlichkeit wieder entreißen wird.
Das zweite von Buddha genannte Merkmal des Leidens könnten wir als die "Unzulänglichkeit alles Gewordenen" bezeichnen. Dass alles fließt bedeutet auch, dass es immer noch irgendwie "besser" sein könnte. Deshalb sind wir selten so ganz zufrieden mit dem, was ist. Immer fehlt irgendwie etwas oder ist zuviel. Wir scheinen zielsicher das zu wollen, was gerade nicht da ist. Der Volksmund drückt es so aus: "Das Gras auf der anderen Seite des Zauns wirkt immer grüner."
Das dritte Merkmal ist unsere Blindheit dafür, dass alles miteinander verbunden und aufeinander bezogen ist. Kein Problem in unserem Leben könnte ohne unsere Beteiligung bestehen. Immer sind wir in irgendeiner Form involviert. Manchmal besteht diese Beteiligung allein darin, dass wir etwas als Problem definieren, weil wir es eben ablehnen - wir wollen etwas anderes, denn es könnte ja immer irgendwie besser sein. In dieser Blindheit liegt auch eine Ursache für unsere Vorliebe für die Opferrolle.
So gleicht unser ganzes Leben häufig der Verteidigung gegen universelle Gesetze des Lebens, die am Ende doch gewinnen werden. Das erinnert ein wenig an den armen Don Quichotte, der in seiner geistigen Blindheit gegen Windmühlen kämpft, die er für Riesen hält.
Der erste Schritt, um in unserem Leben wirklich anzukommen, liegt daher immer in der Akzeptanz dessen, was war und ist. Denn wenn wir eine Situation bekämpfen, machen wir sie uns nur zum Feind und sorgen häufig dafür, dass sie bestehen bleibt.
Akzeptiere, was ist und dann, wenn Du möchtest, wähle etwas anderes. Dafür ist es nicht nötig, dass Du das Hier und Jetzt ins Unrecht setzt. Wir können eine Situation verändern wollen, ohne sie zu verteufeln. Nach dem Sinnspruch:
"Glücklich ist nicht der, der hat, was er will, sondern der, der will, was er hat."
Dort beginnt es. Immer.
Andreas Gauger

Freitag, 22. September 2017

Waldworte




Donnerstag, 21. September 2017

von unten hinauf

Von wegen vierter Stock und Hochhaus!


Dafür, dass er soviele Gegner hat, steht er ganz schön stolz und gelassen unter dem Himmel – oder mitten drin! Mich beeindruckt er, der Turm, welcher die Statd von weit herum lokalisierbar macht. Wenn ich mir vorstelle, wie weit herum jene blicken können, denen es vergönnt ist, ganz oben zu stehen....!