Was für ein wundervolles Lebensgefühl: Ich kann meine Finger wieder strecken, meine Hände zu Fäusten ballen und Brot schneiden, mit einer Hand Wasser einschenken, Wäsche abhängen, ohne dass es schmerzt, durch Menschen gehen und mich trotz Handschuhen und Schal nicht fürchten vor ihren Blicken...
Und trotzdem sprach der Dermatologe vorhin ständig von heftigen Symptomen und drastischer Schubstärke und intensiven Massnahmen. Dass er die Cortisonmenge auf ein absolut notwendiges Minimum beschränken möchte und sich für Kontext und Persönlichkeit interessiert, an einer engen Zusammenarbeit mit dem Hausarzt interessiert ist und meine Lebenshaltung in den Therapieplan mithinein denkt, das macht mir Mut, mich einzulassen.
Ausserdem hält er aufgrund der geschilderten Symptome genau wie schon andere Ärzte vor ihm eine Nahrungsunverträglichkeit für sehr unwahrscheinlich.
Ich habe nun bis in den Advent hinein dreimal wöchentlich einen Termin. Es wird immer klarer, dass ich mich um mich kümmern und mir Zeit für mich selber nehmen und gönnen muss. Das ist wohl Teil dieser Lektion.
Von der Fassade des Hauses, in dem sich die Praxis befindet, schaut diese Engelsfigur über die Strasse.
