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Sonntag, 11. Februar 2018

Elfthemen

Während ich Altpapier sortiere und bündle, ziehen die Bilder des 11. fast unbemerkt durch die Hinterstube des Denkens. Sanitätsauto gehört dazu, die Diagnosenüberbringung, ein Telefonat in einem kleinen Hinterhof, ... Ich schaue nicht so genau hin, das läuft wie Hintergrundsmusik, die ich nicht ausschalten kann. 
Dann läutet das Telefon. Ich sehe und höre, wie die Tochter erschrickt, lasse mir den Apparat geben: "J. hatte einen Unfall während des Matches, er ist mit der Sanität unterwegs ins Spital. Sie sollten kommen." Ich versuche den Jungen anzurufen, erreiche ihn und bin erleichtert. Er tönt gefasst und präsent, und man bringt ihn nicht wie zuerst kommuniziert auf den Notfall der Klinik, die vor neun Jahren Endstation war.
"Endlich habe ich mal einen Sanitätswagen von innen gesehen!" grinst er, als ich eine Stunde später bei ihm bin. Es hat Entwarnung gegeben, keine inneren Verletzungen, nur dieses Horn und die minimale Gefahr einer verspäteten Nachblutung im Gehirn, die allfälligen Symptome stehen auf der Liste, die uns mit nach hause gegeben worden ist. Dann sollten wir wieder kommen. Wollen wir nicht, versprochen.



Mittwoch, 11. Februar 2009
(geschrieben am 25. Februar 09)

Den Mittwoch erinnern.

...

 
Am Morgen wird klar, dass die Entzündungswerte steigen. Die Ärzte sind unsicher, schlagen eine Verlegung auf die Intensivstation vor, damit Mirjam, für den Fall, dass es zu einer plötzlichen Veränderung kommen würde, am richtigen Ort wäre. Man spricht von besseren Überwachungsgeräten, zusätzlichen Möglichkeiten, alles tönt so beruhigend, so nach: Jetzt wird alles gut.
Der gleiche Sanitäter, welcher uns in der Nacht auf Dinstag hierhergefahren hat, ist wieder dabei, wir scherzen, ich mache Fotos und sage Mirjam, sie könne dann den Grossen einst zeigen, wie sie mit dem Krankenwagen gefahren sei.


Der allerletzte Blick unter freiem Himmel....

Mirjam schaut interessiert um sich, ist ganz ruhig.



Auf der IPS werden wir freundlich empfangen. Der Arzt rät zu einer Magensonde, weil das Stillen offenbar zu anstrengend geworden ist. Ich spüre Erschrecken in mir aufsteigen. Gesten habe ich vom Ziehen der Magensonde geschrieben, heute wird sie wieder gesteckt, steht wieder die Milchpumpe da, wird wieder sondiert, gewogen. Mir kommt das alles vor wie ein Hohn. .......