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Mittwoch, 28. März 2018

ungeschrieben beigepackt

Beim Bündeln des Altpapiers fällt mir die Packung sammt Beipackzettel meiner Salbe in die Hände. "Bitte lesen Sie sorgfältig", steht auf der Vorderseite des klein zusammengafalteten, dünnen Papierbogens. Warum ich es tatsächlich tue? Vielleicht bin ich es zusehr gewohnt, solchen Aufforderungen nachzukommen... Und immerhin streiche ich mir diese Paste nun seit bald drei Monaten auf Hände und Augenlieder.
Da knie ich also auf dem harten Steinboden, und Minute um Minute wird mir fahler und flauer, und als ich das Papier schliesslich zwischen alte Kataloge und Zeitungen schiebe, ist mir eines klar: Ich habe diesem Produkt Beschwerdenfreiheit zu verdanken und bin auch tatsächlich dankbar für diese Phase, in der ich aufatmen und mich erholen konnte, in der ich im Wortsinn wieder handlungsfähig geworden bin, aber Heilung ist das nicht. Die Oberfläche hat zwar aufgehört zu schreien, aber was darunter geschieht, zeigt sie nicht. 
Das steht zwar nicht im Beipackzettel: Aber ich werde nicht aufhören, tiefer zu lauschen, zu fühlen und zu fragen. Und ich möchte nicht abhängig werden von etwas, was seitenweise Warnungen notwendig macht, um den Pfad des Schmerzes zu umgehen.