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Dienstag, 8. Dezember 2020

Gäste

Hie und da stehen nach der Pause ehemalige Schülerinnen in der geöffneten Türe meines Klassenzimmers und beobachten neugierig meine Zwerge, wie sie da in ihrem Pausenheft malen, erzählen sich gegenseitig, woran sie sich erinnern wenn sie sehen, was an den Wänden und an der Tafel vom Unterricht erzählt.

Heute waren es drei Jungs und drei Mädchen, die etwas verlegen aber neugierig beobachteten, was da in der Klasse ihrer ehemaligen Lehrerin vor sich geht. Ich nahm sie spontan mit hinein. 

"Oh mein Gott!" rief der Kleinste erschrocken. Er wird die Jungs schon beoabachtet haben, wie sie kräftig, flink und schnell sich im Spiel und in der gegenseitigen Provokation bewegen, und ich kann mir gut vorstellen, dass er mit grossem Respekt, vielleicht sogar mit Angst zu den Grossen hoch schaut.

Nun standen sie in seinem Klassenzimmer. Das war unheimlich. Daher gab ich den Grossen ihre Namen und erzählte, woher wir uns kennen und wie klein (und blond!) die auch mal waren.

Und dann sangen die sechs einen vierstimmigen Kanon, ich begleitete sie auf der Gitarre und die Erstklasskinder hörten mit offenen Mündern zu, still wie selten.

Das war ein wundervoller Moment, nicht nur für die Kleinen.