Etwa so habe ich das Schulzimmer heute verlassen. Der Putzplan des Hauswartdienstes diktiert meine Ferien. Zwangspause in der ersten Woche, dafür werde ich in der zweiten ab Dienstag durcharbeiten müssen. Bis das nur alles wieder eingeräumt ist! Ich bin selten glücklich, wenn die Ferien beginnen. Ich weiss dann immer, dass ich dem Arbeitsberg hier zu Hause nicht mehr ausweichen kann, obwohl "Fass ohne Boden" es wohl besser ausdrückt.
In meiner aktuellen Weiterbildung arbeiten wir (auch) zum Thema Wahlfreiheit und Kraft der Entscheidung. Es geht darum, dass ich – trotz all den aktuellen Einschränkungen – immer wieder eine Wahl habe und dass in der Entscheidung für eine Wahl ein grosses Potential liegt.
Wir üben das in ganz kleinen Sequenzen: Ich entscheide mich zum Beispiel, mich eine Minute lang auf den Atem zu konzentrieren und kehre von jeder Ablenkung Kraft dieser Entscheidung zum Atem zurück.
Nun geht es darum, die Entscheidung für meine erste Fereinwoche zu treffen. Putze und räume ich in den ganzen Widerstand hinein und reguliere mich mit Seufzen und Selbstmitleid? Oder kann ich mich zu einer Entscheidung motivieren, die Kraft schenkt und vielleicht sowas wie Gelasseheit oder Freude? Darf die Entscheidung auch heissen: Nichts tun und einfach gut zu mir sein?
Ich gebe mir das Wochenende für diesen Prozess.
