Ein Sitztag geht zu Ende. Ich sass im Tram, sass nach dem Besuch bei Optiker und Buchhändler wieder im Tram, dann im Schulzimmer am Pult, sass, stand auf, beobachtete die Taube, wie sie auf ihrem schlecht gebauten Nest sass, setzte mich erneut, sass auf der Bank an der Haltestelle, danach erneut im Tram, dann lange beim Essen und jetzt am Schreibtisch. Vielleicht sitze ich meistens soviel, doch heute war es irgendwie anders. Das Sitzen war Inhalt, ich tat kaum was anderes als Sitzen, mich umschauen, auf Ideen warten, die nicht kommen wollen. Auch jetzt: Ich sehe das orange Sporttrikot an der Wäscheleine hängen, die Lampe sich im Fenster spiegeln, meine Gartenhandschuhe, welche ich vor den afräumwütigen Muldenfüllern gerettet hatte und die immer noch hier liegen, sehe das Bild, welches ich in der vorletzten Silvesternacht gemalt habe, die Gutscheine an meiner Pinnwand – und sitze einfach da. Eine Fortsetzung dieser Aufzähung erspare ich mir und dir. Es wird Zeit zum Liegen.