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Donnerstag, 10. August 2017

Wunschtraum

Eine der grössten Gefahren meines Berufes liegt darin, dass ganze Abteilungen von Buchhandlungen und Spiel"läden" wieder spannend und verlockend werden, unwiderstehlich verlockend – und bereichernd.
Allein schon für so eine Seite kann sich ein Buch lohnen.




Ich sass heute lange, lange da, spürte dem Glück nach, welches ich beim Lesen der Zeilen empfunden hatte, wusste so genau, wovon er spricht, der Hundertwasser, nur dass ich es beim Schreiben erlebt hatte, manchmal, früher, als sich in meiner Welt alles verschoben hatte und lange Zeit fast nur das Schreiben Flügel zu verleihen vermochte.

Was hat dieser Traum mit Zeit zu tun? Ist er vorbei? Ich weiss es nicht. Ich wünschte es mir anders. Kann man wünschen? 

Die Seite ist übrigens aus diesem Buch:


Dienstag, 8. August 2017

Verbundenheit

Diesen wundervollen Regenbogen von heute Morgen habe ich hier gefunden.


Und dieses Bild habe ich am 15. Juli gemacht. 
Zu wissen, von was für einem einzigartigen Ort aus hier geblickt wird, macht das Bild für mich zu einem echten Geschenk. Unter dem Bogen verläuft übrigens ein Teil des Röstigrabens.



Hier hat es heute auch geregnet, richtig stark, aber ohne Regenbogen. Im Schulzimmer kühlte es zum ersten Mal etwas ab. Das Schulhaus war schon geschäftig bevölkert, viele neue Kolleneginnen und Kollegen haben sich vorgestellt, etwas, was ich in den letzten drei Jahren so nie erlebt habe: Diese Willkommenskultur, das Gefühl, ein selbstverständlicher Teil vom Team zu sein. 

Und noch etwas hat mich während des Tages begleitet: Der Gedanke, die Aufforderung, während des Tages immer wieder die eigene Komfortzone zu spüren, sie auszudehnen, den Mut zu haben, die Grenzen auszuloten, auszuweiten. 
Daher lasse ich heute mutig die Kommentarfunktion offen, riskiere es, überrascht zu werden, mache mich verletzlicher, als es sich hinter der vertraut geschlossenen Türe anfühlt. Regenbogenhaft...

... Und schliesse sie nun einen Tag später wieder. War ein Experiment. Es ist hier wohl zu windig für Kommentare.

Ups, nun kommen doch noch Kommentare geflogen. Da ist irgendein Knoten in der Kommunikationsleitung, da kann ich nichts für.

Sonntag, 6. August 2017

Farben

Eigentlich habe ich in meinem alten Tagebuch gestern nach was ganz anderem gesucht. Dann bin ich jedoch bei diesem Bild hängen geblieben, hineingemalt am 6.8.14 hinten im Tal, am Mirjambach. Ich sass damals auf einem Stein und malte mit Bachwasser, müde, traurig. Ein klein wenig Gelb, etwas Rot. Mehr Wärme und Licht lag damals nicht drin. Es standen einschneidende Momente an: Zuerst mein Wiedereinstieg in den Beruf nach über 20 Jahren Pause, dann zwei Wochen später der Auszug von Mann und Vater aus dem Familienhaus. 






Damals erinnerte ich im Blog:

...
Eine Stunde später war ich da, war alles da, ein stilles, vertrautes Wiedersehen und Wiedererkennen, eine Flutwelle von Erinnerungen und heftigen Schmerzen zugleich.
Ich grub die Steine des "Mirjamherzens" aus ihren eingetreten Vertiefungen, suchte ein paar neue im Bach, steckte einen der "alten" in meinen eh schon vollen Rucksack und setzte mich dann auf das Brett, welches als Bank in der Nähe des rauschenden Wassers auf zwei Holzpflöcke gelegt worden war, ass ein paar Bissen.

Und dann geschah etwas, was ich so und hier sowieso noch selten erlebt hatte: Eine bleierne Müdigkeit überwältigte mich, zwang mich förmlich, mich hinzulegen, den Kopf auf meinem zusammengerollten Schlafsack. Und ich schlief ein, tief, fest, traumlos (?), widerstandslos.

Als ich erwachte, fror ich. Der Himmel, welcher bei meiner Ankunft blau gewesen war, war überzogen von grauen, dicken Wolken, ein Wind durchmass das Tal mit kräftigem Atem.
Ich holte den wärmsten Pullover aus meinem Gepäck, setzte mich mit dem nicht mehr ganz leeren Buch auf einen trockenen Stein im Wasser und begann, mit Bachwasser und Aquarellfarben zu malen.
Das Bild dürfte "Tanz des Erstaunens durch die Erschöpfung" heissen.

Es blieb mir eine halbe Stunde, in die ich nichts von alledem packte, was ich an diesem Tag hätte tun wollen, obwohl ich mir stets versichert hatte, dass ich mir keine Vorstellungen mache.

Nun hatte ich ihn verschlafen.

Seltsam.

Herzlich seltsam.

Das war heute vor drei Jahren.

Ich lese zwar immer wieder und oft, dass man die Vergangenheit ganz hinter sich lassen kann, dass man loslassen soll, was war, weil nur zählt was ist, weil Vergangenheit nur Gedanken sind, mit Emotionen verknüpfte Vorstellungen von einer nicht mehr existierenden Gegenwart. Ich bin noch nicht soweit, das ganz verstehen und umsetzen zu wollen. Mich interessiert und fasziniert, woher das Wasser kommt, welches jetzt fliesst und trägt und mit dem Erstaunen tanzt.

Freitag, 4. August 2017

Dankbarkeit

Da wir an einer eigentlich zweizügigen Schule eine c-Klasse übernehmen, gibt es kein Vorgängerschulzimmer. Bis heute morgen waren die Schränke so gut wie leer. Nun durften wir heute einräumen: Farben, Papier, Hefte, Scheren, Leim, Stifte, Pinsel – Fülle, unglaubliche Fülle. Ich bin so unendlich dankbar, dass wir umgeben von solch unfassbarer Grosszügigkeit starten dürfen, und ich möchte sie nie als Selbstverständlichkeit ansehen, sondern aus ihr schöpfen zur Freude, zum Wachstum und zur Entwicklung an der Schönheit der eigenen Schöpfungskraft, die in jedem Kind, in jedem Menschen darauf wartet, Ausdruck zu finden.
Ich freue mich unendlich auf meine neue Aufgabe!




Und weil es heute passt, stelle ich noch dieses Bild dazu: Trete ich aus dem Schulzimmer in den Gang, öffnet sich durch kleine, quadratische Fenster über das Dach der Turnhalle hinweg dieser Blick. Damals im April stand ich auf dem Hügel, der da links im Hintergrund zu sehen ist, und blickte hierher.
Noch eine Woche lang werde ich die Tage im stillen Schulzimmer verbringen, so manches vorbereiten und erspüren, und dann ist er bald da, der grosse Moment für die Sechsjährigen und für uns beide, die wir sie begleiten dürfen.



Donnerstag, 3. August 2017

Fundstück

❤️ 
 
Hoffentlich wird diese Schönheit nicht ganz App-geschafft. 


Mittwoch, 2. August 2017

Nachtregen

Diesmal wecken mich Donner und Blitz und der Regensturm, welcher den Lindenbaum über meinem Schlafraum peitscht. Froh, dass beide zuhause sind, welche es in dieser Nacht sein sollen, lausche ich dem Geschehen. Ringsum tropft und gluckert es, ein Sturzbach ergiesst sich rauschend aus der Dachrinne vor dem Fenster in das Sickerbeet. Irgendwo tropft es regelmässig oder zumindest in einem lebendigen Rhythmus. Ich versuche ihn zu fassen und schreibe ihn innerlich auf wie ein Rhythmusdiktat während des Studiums. Seltsamerweise ist dieses Tropfen so intensiv, dass ich seine leichten Vibrationen sogar körperlich spüre. Jeder Tropfen vibriert leise durch meine Beine. Ich beobachte gespannt und fasziniert, während sich das Gewitter langsam verzieht. Das Rauschen ringsum wird leiser. Das Tropfen nicht.
Mit einem Ruck setze ich mich auf, knipse die Leselampe an und höre und sehe und verstehe. Dicke Tropfen fallen vom Fensterdach direkt auf meine Bettdecke, dorthin, wo eben noch meine Beine gelegen hatten. Eimer! Tücher! durchfährt es mich und mit einem Satz stehe ich auf dem Boden – in einer einzigen Pfütze.
Es braucht ziemlich viele Tücher, um den ganzen Boden abzudecken. Ich versuche, mich im trockenen Teil des Bettes einzukuscheln und zu lesen, um wieder müde zu werden. Unterdessen blinken Sterne durch die Baumkrone. Die Luft ist warm und steht vor Feuchtigkeit. Irgendwann vor vier ziehe ich um in eines der leerstehenden Betten der Grossen – ohne Eimer am Fussende. Aber der Schlaf mag trotzdem noch lange nicht kommen.
Um 6:40 klingelt die Haustürglocke. Wo er denn die bestellte Mulde platzieren soll, fragt der Lastwagenfahrer, nachdem er sich erst einmal entschuldigt hat. Mein weisses Schlafshirt und die kurzerhand über die Schultern geworfene Regenjacke sprechen wohl Klartext, und Augen und Haare können in solchen Momenten auch nicht lügen.
Es muss ein komisches Bild sein. Mir jedenfalls tut es gut, den Tag mit einem Lachen zu beginnen!

Dienstag, 1. August 2017

Einladung

Es gibt noch Tee.
Vielleicht magst du dich für einen Moment zu mir setzen, erzählen, was dich bewegt, oder einfach ein paar Atemzüge lang still sein mit mir und der Grille lauschen. Ich würde mich freuen.