Nie zuvor bin ich so gründlich und gekonnt in den April geführt worden wie heute von unserer Schulleitung. Das Thema war traktandiert, aber so, dass wir nicht genau wussten, worum es geht.
In der Mittagspause sickerten erste Datails durch. Beim Mittagessen wurde empört kommentiert und Stellung bezogen, Widerstand formierte sich. Die Stimmung war emotional aufgeheizt. Als dann das Traktandum detailliert auf die Leinwand projziert vorgestellt wurde als von oben diktierte strukturelle Umgestaltung und Anpassung an andere Schulen des Kantons, begann es beinahe zu kochen in der Konferenzrunde. Es wurde laut, es gab Tränen und verzweifelte Appelle. Die Diskussion wurde verschoben auf 17:30, auf das Ende der Konferenz.
Doch das, wovon ich erzählen möchte, ist dieser unglaubliche Moment, als die Schulleiterin zugab, seit einer Stunde Blut zu schwitzen, denn diese ganze Umstrukturierung sei bloss ein Aprilscherz.
Eine ewige Sekunde lang war es totenstill, als wäre der Weg zum Verstehen und Realisieren blockiert durch den aufgebauten Widerstand. Doch dann entlud sich ein Gelächter, ein Applaus, Umarmungen, Kopfschütteln. Es plumpsten Tonnen von Steinen mitten in den Raum, so kam es mir vor.
Es war, als hätten wir eben das Geschenk des Jahres gekriegt.
Und vorne stand die Schulleiterin, welche nach unseren Reaktionen wohl am heftigsten erschrocken war über ihren Mut, diese Achterbahn uns zuzumuten und nun mit allem rechnete.
Doch es blieb für die meisten bei der fröhlichen Erleichterung, man erzählte sich gegenseitig lachend vom Gefühlschaos dieses Nachmittages und war einfach nur glücklich, nach diesen bangen Stunden die vertraute Schule wieder zu haben.