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Donnerstag, 17. September 2020

september

Es regnet, obwohl dies in keinem Wetterbericht stand.

Heute nehme ich das persönlich.

Mittwoch, 16. September 2020

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"Tschüss, und schönen Tag morgen!" ruft der Sohn, der bei der Freundin übernachtet. Sein ganzer Kopf ist voll von Mathe und Physik. Die Noten zählen im Maturzeugnis. Und vor der Prüfung morgen früh hat er noch Fahrstunde.

"Habe ich etwas Falsches gesagt?" fragt er, wahrscheinlich, weil ich ihm nicht postwendend alles Gute für die Prüfungen gewünscht habe.

"Nein, nein. Dir auch einen schönen Tag", antworte ich bloss. Und weg ist er, mitten in seinem Leben, und das ist gut so.

Ich ahne, dass es besser wäre, an einem solchen Tag nicht allein zu sein. Ich weiss, dass es niemals die Aufgabe der Kinder ist, dafür zu sorgen. Und ich realisiere, dass ich für mich selber nicht wirklich zu sorgen verstehe. 

Vielleicht ist diese Einsicht die erste Muskelzuckung zum ersten Schritt auf dem neuen Weg.


Ich hätte nicht gedacht, dass hinter all der Wut und Enttäuschung, hinter den Verletzungen und Abweisungen der letzte Jahre soviel Trauer steckt. Ein ganzer Stausee hat sich da gebildet, ein tiefer, stiller, dunkler See, in dem sich kein Mond spiegelt heute Nacht, weil Neumond ist. 

Neu-Mond.

Dienstag, 15. September 2020

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Die Tochter nimmt es gelassen. "Das ist doch logisch, dass man in meinem Alter nicht eine Entscheidung treffen kann, die auf 50 Jahre angelegt ist. Damals hat das halt gestimmt, und jetzt hat es sich so entwickelt, wie es jetzt ist." Ich bin froh, dass die Kinder entspannt mit dem anstehenden Schritt umgehen. Sie haben sich längst arrangiert, haben sich so eingerichtet, dass sie mehr gewonnen als verloren haben. Und die neue Frau an der Seite ihres Vaters ist für sie irgendwie bereits Selbstverständlichkeit. Wahrscheinlich finden sie sie sogar richtig nett, halten es aber für unpassend, mir das zu sagen. Ich kenne sie nicht, für mich ist sie der Mensch, welcher sich verständlicherweise wohl am meisten darauf freut, dass übermorgen aufgelöst wird, was an damals erinnert. Ich kann sie sogar verstehen.
Ich mag bloss meine Rolle nicht und spiele sie halbherzig und klein.

Sonntag, 13. September 2020

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Frage der Woche: Was zieht man (frau) zur gerichtlichen Scheidung an? Ich habe jetzt mal schwarz gewaschen. Die Bilder vom Tag in Weiss damals drängen sich auf.
"Ist es Ihr freier und ungezwungener Wille?" wird man mich fragen. Was antwortet frau darauf? 
Noch viermal schlafen oder es zumindest versuchen.

Samstag, 12. September 2020

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Und wieder und wieder ....

... flammen heute winzige Erinnerungsfetzchen auf, huschen wie Sternschnuppen vorbei und sind weg, hinterlassen bloss eine Sehnsucht danach, hinter den Schleider des Unterbewusstseins schauen zu können.

Ich muss geträumt haben heute früh, es war eine Begegnung, aber sonst weiss ich nichts. Nur jedes Mal, wenn wieder eines dieser hellen Sternschnüppchen aufleuchtet – stets unvermittelt und in den seltsamsten Zusammenhängen – ahne ich, dass es eine gute Begegnung war, eine helle, leichte, gesunde.

Mittwoch, 9. September 2020

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"Es ist dringend, denn die Scheidung ist nächste Woche!" versuche ich der jungen Bürofachfrau am Telefon zu erklären. Ich höre mir zu und staune, wie abgeklärt, selbstverständlich und harmlos tönt, was ich ohne Überwindung von beklemmenden Widerständen noch gar nicht aussprechen kann. 
Der letzte Sommer geht zu Ende. Der erste Herbst steht vor der Tür.

Samstag, 5. September 2020

september

So wie heute ist mir das Älterwerden noch nie bewusst geworden. Eine Weiterbildung im Sport bei einem Fachmann "im besten Alter", sämtliche Teilnehmerinnen sind geschätzt zwichen 5 und 15 Jahren jünger als er, ich als einzige etwas mehr als 10 Jahre älter.

Man kann sich das einfach ein bisschen fantasievoll ausmalen und wird damit nicht sehr daneben liegen. Es ging alles mit völlig korrekten und pandemiekonformen Dingen zu und her. Es liegt einfach in der Natur der Sache. Aber das Gefühl dazu lerne ich erst jetzt kennen.