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Dienstag, 31. Juli 2018

Herzensangelegenheit

Bevor der Juli vorbei ist, sei ihm noch meine Ferienmitte gewidmet.
Jedes Jahr, wenn ich hierher komme (und das habe ich auch in den Jahren getan, als ich nicht oben Ferien gemacht habe), berührt es mich, das Gewicht der Schneemassen und die Weichheit des schmelzwassergetränkten Bodens zu spüren, auch wenn es heiss und trocken ist. Die Steine, die ich im Vorjahr gewaschen und neu in die Form gelegt hatte, verschwinden beinahe in der Erde und unter den Kräutern eines neuen Sommers. 

Mit den frische gewaschenen Steinen...
 und 5 Tage später...

Zehn Jahre sind es diesen Sommer her, dass Mirjam dort gesessen hat, während wir am nahen Feuer Würste gebraten haben. 

Adee Juli. Danke für das Licht der langen Tage und die viele unverplante Zeit. Bitte den August bei der Staffelübergabe, kühlere Luft und vor allem Regen mitzubringen.

Montag, 30. Juli 2018

...

Wahrscheinlich kann dieser Film wieder nur in der Schweiz angeschaut werden. Schau ihn an, wenn du kannst. Es sind gut inverstierte Minuten. 
Ich sitze hier ganz weit und still und voller Sehnsucht nach diesem tiefen Mut, das Richtige zu tun.

Sonntag, 29. Juli 2018

Sommerferien Tag 30

Man kennt das: Eine Kiste findet ihren provisorischen, vorübergehenden Platz in der Ecke des Teenie-Zimmers, was da am Boden steht, sitzt oder liegt wird an die Wand geschoben, die nächste, grössere wird kurz darauf davor gestellt, die Tasche mit dem Skianzug, die man dem Kollegen zurückgeben sollte, wird darauf gelegt – und vergessen.
Und irgendwann, viele viele Provisorien und Vorübergänge später, kommt der Tag, an dem bis auf die Grundmauern ausgemistet und aufgeräumt wird. Eine ganze Waschmaschine voll Vergessenheit lief gestern Abend und spülte Kindheitsspuren aus Gewebe. Er war auch dabei.


Er heisst Simeon und sein Lieblingsmensch schaut beim Vorbeigehen etwas verlegen zu ihm hoch und weiss nicht so recht wohin mit ihm und allem, was er von vergangenen Zeiten erzählen könnte. Die Decke dahinter hat Oma gestrickt, vor bald 17 Jahren. Alles geht vorbei, daran wird auch eine weitere Kiste im Keller nichts ändern. 

(Hoffentlich auch diese Hitze)

Freitag, 27. Juli 2018

Sommerferienbildtag 3

Das heutige Bild ist zwar auch in meinen Bergwochen entstanden. Heute aber steht es für die Hitze, für Feuerbereitschaft ringsum. Mit Bangen blicke ich dem Nationalfeiertag am 1. August entgegen. Wird es Menschen geben, denen ihre Lust am Zünden wichtiger ist als die Zerstörungskraft, die mitknallen könnte?

Donnerstag, 26. Juli 2018

Sommerferienbildtag 2

Es gibt da oben so viele Wege zum Einkaufen. An dem Tag hat er etwas mehr als zwei Stunden gedauert. Oben wirbelten Wolken, unten das Wasser. 


Am Ziel stehst du zwischen vollen Regalen und weisst, dass du das Wichtigste heute schon in dir trägst. Unkäuflich und unendlich heilsam.

Mittwoch, 25. Juli 2018

Sommerferienbildtag 1

Nun sind die Fotos dieser zwei Bergwochen gesichtet. Wie ein Schatz liegen sie da vor mir und rühren an die Geschenke, die ich in mir trage. Es sind viele, viele geschenkte Momente, Blicke und Dialoge, die es mich zu teilen drängt. Und wie könnte ich die Ferien besser verlängern als so: Die Vormittags- und Mittagsstunden verbringe ich wie seit Montag in der Schule (bisher vor allem räumend), am Abend werde ich nach einem dieser Schätze tauchen. Ob dann Worte im Netz mit hängen bleiben, wird sich zeigen.

Montag, 23. Juli 2018

Sommerferien am Tag danach

Ich glaube, ich habe es verlernt. Oder verloren.Oder es ist in der heissen Bergsonne versengt oder gar von einem der Bergbäche weggespült worden, obwohl das Letztere eher unwahrscheinlich ist, weil diese Bäche dieses Jahr so wenig Wasser führen, dass von spülen schon fast nicht die Rede sein kann. Ausgetrocknet. 
Dabei bin ich ja in die Berge gefahren, um aufzufüllen, habe es auch getan, soweit man das tun kann. Das was füllt, ist Geschenk, und das, was ich gatan habe, hat oftmals dieses Beschenktwerden erschwert. Es war anders, dort zu sein und doch ständig mit der Welt zu Hause und anderen Orten dieser Welt verbunden zu sein um zu teilen, zu beraten, zu organisieren, zu trösten, - und ja, auch um getröstet zu werden. So lud ich täglich den Akku meines Handys und spürte in den Momenten, in denen ich ohne diese Verbindung zur Aussenwelt auf einem Stein mitten im Bach sass oder weit über dem Tal auf einer stillen Bergwiese den würzigen Duft von Alpenwiesen atmete, wie unruhig es in mir ist, wie es kaum möglich ist, dieses ständige Denken und Argumentieren, Mitplanen und Zurechtlegen im Kopf einfach mal ruhen zu lassen, Hingabe zu üben, Entspannung zuzulassen.
Doch wie geht das, wenn man von einem bewaffneten Raubüberfall im Dorfladen daheim erfährt, oder vom schweren Unfall des Nachbarn, oder von den Komplikationen bei der Reise der Tochter nach Vietnam, oder dass es zu Hause bei einem Gewitter reingeregnet hat, ... Alldas wäre früher auch passiert, es wäre mir aber nicht zu Ohren gekommen oder erst eben zwei Wochen später, und ich hätte daran dann genauso wenig ändern können wie jetzt, da ich von allem unmittelbar in Kenntnis gesetzt wurde. Bloss hätte ich früher – so meine ich – nach diesen stillen zwei Wochen gelassener und an der Stimme von Steinen, Wasser und Blumen erprobt reagiert. 
Andererseits wäre das spontane Kommen und Gehen der "Kinder" ohne diesen Organisationsdraht gar nicht möglich gewesen, genauso wie man durch die Bäche mit den niedrigen Wasserständen jetzt ohne Problem die andere Uferseite erreichen konnte ohne Brücke und oft sogar, ohne die Schuhe auszuziehen. 
Aber das Fliegen, das Träumen, das Hineinsinken in Blumenkelche, das Lesen von Wolkenbildern, das staunende Umarmen von zugeflogenen Worten, das habe ich verlernt oder verloren – oder ich habe es zugeappt, ausgetrocknet.