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Freitag, 30. November 2018

no eineföfzg Minute!

Morn isch jo scho de erschti Dezämber, und ich ha mir no gar nid überleit, öb i wieder sell en Adväntskaländer mache! Uf all Fäll pack i emol d Kamera ii. Mol luege!

Donnerstag, 29. November 2018

...

Ziemlich speziell ist diese virtuelle Begegnung von grad eben, welche mich heute "klauen" lässt.
Der kleinen Reihe nach:
Neulich hat mit jemand gesagt: "Eigentlich bräuchten Sie ein Sabbatical-Jahr, ein Jahr für sich alleine ohne Pflichten, um sich von den letzten 25 Jahren zu erholen." – Ich habe laut gelacht und bringe den Gedanken doch nicht ganz aus dem Kopf.
Als ich eben gut bepackt langsam den steilen Weg vom Tram zu mir nach Hause geschlichen bin, die Müdigkeit in allen Zellen gespürt habe, da versuchte ich, die Zeit zu messen bis zu den zehn Tagen, die im Juli meine jährliche Sabbatical-Zeit sein würden, falls es dann die jetzt noch völlig unklare berufliche Situation zulassen wird. Ich stellte mir vor, wie ich vor der Alphütte sitzen und in die vertraute Umgebung hineinsinken würde, ankommen, loslassen, entspannen, sein.

Zögernd startete ich etwas später den Computer, denn ich wusste, dass eine Mail da sein würde, die zu einem Konflikt des heutigen Tages gehört.
Dann klickte ich mich in mein Freizeitsammelsurium und sah als erstes ein Bild, welches ein Ausschnitt von meinem Heimwegtraum sein könnte.


und darunter stand dieserText:

Setz dich ans Fenster

Kein Befehl, eine Einladung.
Die täglichen Pflichten verbrauchen dich,
machen dich klein und halbblind.
Es ist Zeit, dich ans Fenster zu setzen
und niemanden mehr zu hören,
die Schatten nicht mehr schwarz zu färben,
die Anforderungen zu belächeln
und das mitgebrachte Glas Wasser
ganz vorsichtig zu leeren.
Zeit, die Tür ins Licht zu öffnen,
du kennst sie schon, die mit dem Griff,
der sich an deine Hand anschmiegt,
als wäre er nur für sie gemacht.

Die Welt wird nicht
unter deiner Vernachlässigung untergehen,
aber vielleicht wirst du auferstehen,
wie du es dir immer vorgestellt hast,
ohne es selbst zu wissen, hinein in eine Welt
in der die Kleinigkeiten glänzen,
als habe eine Elster sie nur für dich zusammengetragen,
um dich randlos glücklich zu machen.

˚˚˚˚˚˚˚˚˚˚˚˚˚˚˚˚˚˚˚˚˚˚˚˚˚
Ulrich Schaffer
Aus AUF DEM WASSER GEHEN bei Ferdinand in Salzburg zu bestellen.

Und jetzt überlege ich mir, ob sich alle Bilder auf eine Ebene heben lassen, auf der äusserlich alles beim Alten bleiben kann und Veränderung nur ganz im Stillen geschieht. Ich fürchte, dass ich das Gegenteil erst glaube, wenn mein Körper die Notbremse zieht. Bis dahin lache ich laut. Oder weine leise.

Dienstag, 27. November 2018

Zeitangaben

Wenn du um 18 Uhr beim Einkaufen eine Bekannte begrüsst mit "Guten Morgen", dann ist es höchste Zeit.

Montag, 26. November 2018

Beurteilung

Der schwierigste, querste Aspekt meiner Berufstätigkeit ist die Forderung, die Kinder, ihre Leistungen zu beurteilen. Mir wird ein Machtmittel in die Hand gedrückt, welches mir nach meinem Empfinden nicht zusteht und mit dem ich letztlich mich selber verletze. Ich möchte es am liebsten zurückweisen und nehme es trotzdem, weil ich sonst zurückgewiesen werde. 

Ist das nicht wahnsinnig?

Was wir von den Kindern erwarten:
 Was wir mit den Kindern tun:
Irgend etwas stimmt da nicht.

für s


🌞



bin ansonsten übers Profil erreichbar! ;)
Ist es wirklich so, dass man mein Profil nur anklicken kann, wenn man selber ein Bloggerkonto hat??
Dann eben so:
 frauwindwort@gmail.com

Samstag, 24. November 2018

Samstaggedanken

Manchmal, wenn die Blog-Statistik ungewöhnliche Zugriffszahlen anzeigt, versuche ich, Gründe dafür zu finden.
Gestern führte mich dieses Nachforschen in ein Windel-Forum, in dem meine Buchstabenspielerei von neulich verlinkt worden war.
Seltsam, was das mit mir machte. 
Einerseits spürte ich erstmals seit langem wieder, in was für einem anonymen, kontextlosen Feld ich mich mit meinem Schreiben bewege und fühlte die Verletzlichkeit, die mich vor vielen Jahren die Kommentarfunktion hat deaktivieren helfen.
Andererseits wurde der kurze Blick in jene (für mich) anonyme Welt zu einer Art Zeitmaschine, die mich zwanzig Jahre zurück katapultierte, in jene Zeit, als es zu meinen täglichen Aufgaben gehörte, Stoffwindeln zu waschen, aufzuhängen, zu wickeln. Fast 15 Jahre lang habe ich täglich Kinder gewickelt (nein, nicht immer mit Stoff!), lebte ich intensivst in dieser Verbundenheit mit den Bedürfnissen und Abhängikeiten, aber auch im Zauber des Erwachens und Entdeckens der jungen Kinder.
Dann kam der Tod. Die letzte angefangene Windelpackung verschenkte ich zwei Jahre später. Und als ich erwachte aus der Starre, war ich umgeben von dieser zweiten intensiven Lebensphase der heranwachsenden Jugendlichen. Jahr um Jahr – zwei, drei, ein paar Monate lang fünf Teenies gleichzeitig. 
Jetzt sind die Jüngsten 14 und 16. 14 war der Älteste, als seine jüngste Schwester starb. Sie fliegen aus und ich auch. Und doch braucht es da noch sosehr meine Präsenz, mein Aushalten, meine Klarheit, mein Verständnis. Diese Gratwanderung zwischen Nähe und Distanz, zwischen Kuscheln im Nest und den immer mutigeren Flugversuchen fordert nach wie vor Konzentration und Gleichgewichtssinn. Und Kraft. 
Dass ich mich da manchmal sehne nach einer Pause, muss ich mich dafür entschuldigen?
Nein. Ich tue es nicht. Und dieser jüngste Vogel wird eben mit Flügeln fliegen, die ihr in der Umgebung von Erfahrung und Erschöpfung gleichzeitig gewachsen sind. Sie werden sie tragen, diese Schwingen. Da bin ich mir sicher.

Und irgendwann, in ziemlich kurzer Zeit, werde ich da sitzen, in die Welt zu sechs verschiedenen Wegen hinaus träumen und realisieren, dass jene langen 15 Jahre der P....t vorbei sind. Für immer.

Und vielleicht werde ich sogar wehmütig und etwas traurig sein.

Wer weiss.

Mittwoch, 21. November 2018

dieses Wort ...

... mit P im Anlaut und t am Schluss, diese heftigen Laute, und dazwischen das traurige u und ein distanzierendes e, und dann, gebunden an ein zweites t, ein ä – ein klaffendes, schreiendes, vernichtendes ä, und mitten drin noch ein b, ganz weich und einsam, kaum wahrnehmbar, und ein Rüttelversuch des r.

Ach, ich habe davon so langsam aber sicher genug, auch wenn das nicht fair ist.

Doch die Rolle, die ich darin spiele, die möchte ich endlich ablegen. Wenigstens heute.