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Mittwoch, 30. Juni 2021

181/365 zurück und doch nach vorn

Ich bewege mich in einer seltsamen Glocke von Müdigkeit und Erschöpfung. Es waren so intensive Tage und Nächte, alles wirkt wie in Trance, auch das Déjà-Vu heute, als ich oben an der Strasse stand und wartete, fast 30 Minuten lang.
 
Und dann kamen sie, strahlend, gesund, stark, gereift, mit Erlebnissen und Erfahrungen im Gepäck, die sie ihr Leben lang begleiten werden.





Dienstag, 29. Juni 2021

180/365 Fortsetzung


 
So fand der Tag dann seine Fortsetzung in der Nacht: Ich war früh schlafen gegangen und erwachte um halb eins, dachte, es sei Morgen und war ganz verwirrt, als ich auf die Uhr schaute. Ich ging ins Netz und fragte den Sohn: Bist du schon zu Hause?, denn ich glaubte, etwas gehört zu haben. Im gleichen Moment klingelten im Familienchat fast 20 Nachrichten. Viedeos aus Zürich, Lärm, hupende Autos, dazu ein "Züri gspürt sich nümme". Die ganze Familie antwortete mit rätselhafte Emojies, Filmen aus Basel "Basel ischs am fühle!" und das alles nach Mitternacht. Ahnungslos fragte ich: "Ist etwas passiert?" und wurde postwendend aufgeklärt. Vergeblich versuchte ich danach wieder einzuschlafen, schaute wieder aufs Handy, als es zu regnen begann, öffnete den Regenradar und sah zu meinem Entsetzen, dass genau über der Region, in der die Velotruppe campierte, eine violette (Höchste Stufe!) Gewitterzelle stand. Kurz vor drei kam dann der Sohn. Die Tram hatte nicht fahren können, weil alle Strassen völlig zugemenscht waren. Da hatte er einen Kollegen angerufen, der ihn mit dem Auto abgeholt hat. Kurze Zeit später klopfte es an der Türe, ein anderer Kumpel hatte etwas vergessen.

Als ich wieder unter die Decke schlüpfte, wusste ich, dass zwei Stunden später der Wecker Dienst haben würde.

Und was meldet das Handy (Mein Leben spielt sich auf diesem kleinen Bildschirm ab, könnte man meinen!) vor einer Stunde? Die Einfahrt der Velofahrerinnen in der Heimatschule. Sie sind zurück und niemand hat etwas davon gewusst! Nun schlafen sie noch eine Nacht in der Schule. Ich werde jetzt noch flugs ihr Bett neu beziehen, damit es morgen so richtig Freude macht – vielleicht – ohne Zelt, Isomatte und Schalafsack zu schlafen. Und die Schatzsuche für meine Klasse muss ich auch noch fertig vorbereiten. Prallvolles Leben. (Und eine fünfjährige Erinnerung, die mit einem hellen Plätzchen zwischen alledem zufrieden ist.)

Montag, 28. Juni 2021

179/365 Was für ein Tag,

dieser 28.6.2021
Den Auftakt dazu bildete der gestrige Umzug der ältesten Tochter in ihre erste richtige eigene Wohnung, nichts mehr mit Studenten-WG und zu Hause noch ein Zimmer fürs Wochenende. Alles hat sie gepackt und mitgenommen (naja, wird noch...) und dann kamen so glückliche Bilder.
Heute dann, als ich in der Mittagspause das Handy zur Hand nahm, lag darauf ein ganzer Strauss von Familiennachrichten. Das Matildaschiff ist heute tasächlich nach unzählbaren Stunden Arbeit zurück aufs Wasser gebracht worden. Als ich das las, stand ich im Schulzimmer und weinte vor Freude.



Und dann fand ich die Bilder von der Jüngsten, wie sie stundenlang auf der Gotthardpassstrasse fahren. Um 4:44 waren sie heute früh aufgebrochen.

 
und kurz nach 10 schreibt sie im Chat:
 
Und nur wenige Stunden später schliesslich kam diese Nachricht vom jüngsten Sohn:
 

Gemeint ist die Matur!
Ich hatte zwar nie daran gezweifelt, dass er bestehen würde, aber er und wir haben sehr, sehr schwere Monate hinter uns, der Schulabbruch war immer wieder in Griffnähe. Er gehört zu den jungen Menschen, die von der Pandemie an die Grenzen ihrer psychischen Belastbarkeit geführt worden sind. Und nun ist es vorbei, geschafft.
 
Ich bin so stolz und dankbar und ergriffen davon, wie ein einziger 24-Stundenabschnitt spiegelt, wie die Kinder von damals ihre Wege gehen mit ihrem individuellen, ureigenen Gestaltungswillen. 
Das musste heute einfach sein. Verzeiht mir, "Kinder"!

Und als ob das nicht schon Glück genug wäre, durften wir uns in der Schule heute erstamals wieder ohne Masken begegnen. War das ein Fest! Soviele strahlende Gesichter, Lachen, Energie...
 
Umzug, du kannst kommen. Ich bin jetzt bereit!

Sonntag, 27. Juni 2021

178/365 hm

Es donnert und grollt ununterbrochen aus der Ferne – noch. Der Radar zeigt jedoch in den nächsten 30 Minuten violette Niederschlagsintensität. Zum ersten Mal seit Ewigkeiten ist mir dies unheimlich. Nun beginnt der Regen gegen die Scheiben zu peitschen. Mögen alle ein Dach über dem Kopf haben.

Samstag, 26. Juni 2021

177/365 Sicht-weise

Eigentlich sollte oder könnte dies ein Grund zu grenzenloser Dankbarkeit sein: Die Schränke in unseren Schulzimmern sind bis oben voll von besten Produkten, Farben, Lehrmitteln, Didaktischen Materialien...

Das kommt mir jedoch erst jetzt in den Sinn, als ich überlege, ob ich über das nicht enden wollende Kisten-packen schreiben soll. Ich werde morgen versuchen, mit diesem Fokus weiter zu arbeiten, das Geübte dann auch auf die Erstellung der Endabrechnung anwenden und den Eltern in dieser Energie den letzten Brief in diesem Schuljahr schreiben.

Solche Dinge funktionieren oft besser, wenn man sie aufschreibt und öffentlich fixiert. In diesem Sinne: Frohen, dankbaren Sonntag!


Freitag, 25. Juni 2021

176/365 Wohnungssuche

Ein unüblicher Post heute: Eben habe ich lange mit meinem Bruder in Jerusalem gesprochen. Seit sieben Monaten arbeitet er dort in einem Forschungsprojekt mit. Nächste Woche will er, wenn dieses Deltagespenst es erlaubt, zurück nach London zu seiner Familie fliegen, und einen Monat später werden sie gemeinsam nach München umziehen, wo er eine Stelle an der Uni haben wird.
Nun sucht die Familie ganz dringend eine Wohnung, und offenbar ist das ziemlich schwierig. Daher frage ich hier: Vielleicht kennt ja jemand jemanden oder zieht selber Ende Sommer aus und sucht Nachmieter.... Vier Zimmer müsste sie haben, und im Zweikilometerabstand zur europäischen Schule sollte sie idealerweise sein. Sie sind nicht anspruchsvoll, was Luxus betrifft.
Wie gerne würde ich ihnen helfen, zaubern, Fäden knüpfen. Wer weiss!

Donnerstag, 24. Juni 2021

175/365 Premiere

Heute habe ich mein 365-Projekt zum ersten Mal total vergessen. Erst jetzt, als ich den Computer ausschalten möchte, tönt es wie von weit weg...
Es war ein nasser Tag in mancher Hinsicht und er mag hier nicht weiter Raum bekommen.