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Sonntag, 16. April 2017

frohe Ostern

Mit den besten Wünschen für ein lebensbejahendes Osterfest.

Ausserdem wünsche ich Spass und Erfolg bei der Suche nach der Osterkatze auf meinem letzten Samstagbild!



Unser Osterhase macht dieses Jahr blau.




Samstag, 15. April 2017

Samstagbild 6



Immer wieder schweift mein Blick zurück auf diese vergangenen vier Wochen. Oder vielleicht sind es sechs. Da war Anfang März die SMS einer lieben Bekannten: "Eine Kollegin von mir sucht eine Stellenpartnerin, 1. Klasse, als Musikklasse geführt..." Traumstelle, aber mindestens ein Jahr zu früh, dachte ich, drehte und wendete die Argumente, schlief und brütete darüber und schrieb am ersten Schultag nach den Ferien mein klares Nein zurück. Das war der Montag. Am Dienstag sass ich in der Pensensitzung, wie gelähmt. Es reicht nicht für alle, nicht für das, womit jede rechnet, nicht mehr.
Schock, Existenzangst, Trauer und dann eine riesige Einsamkeit entzogen mir den Boden unter den Füssen. Ich schrieb, hoffte dadurch etwas Ordnung in das Chaos in mir zu bringen. Zum Glück habe ich in den vergangenen Jahren Werkzeuge in die Hand bekommen, wie ich versuchen kann, in solchen Situationen den Kontakt zu mir nicht zu verlieren. Immerhin gelag es mir so, jene Bekannte anzurufen und ihr zu erzählen von der völlig neuen Situation. "Soviel ich weiss, ist die Stelle bereits vergeben. Aber versuchs doch morgen früh sofort um 8, vielleicht kannst du noch einen Fuss in die Türe stellen", riet sie mir. 
Die wenigen hier, die mich kennen, wissen, was es für mich heisst zu telefonieren. Zweimal lauschte ich der Beantworterstimme, das dritte Mal sprach ich eine Nachricht aufs Band. Und als ich es drei Stunden später noch einmal versuchte, erlebte ich diese völlige Kehrtwende. Am Nachmittag hatte ich dann die Schulleiterin persönlich am Telefon und sie begrüsste mich mit der Mitteilung: "In diesem Moment ist die Bestätigungsmail gekommen, dass die Stelle aufgeschaltet worden ist im Stellenportal." Ich soll mich bewerben mit den übliche Unterlagen, sie würden viele Bewerbungen erwarten. Also doch nicht zu spät.
Da sass ich dann am Wochenende. Bewerben, wie geht das? Was ist zuviel, was zuwenig. Und wo um alles in der Welt sind meine alten Zeugnisse? Ist relevant, was vor 30 Jahren war? Darf ich meine Erfahrung als Mutter ins Feld führen? Stundenlang sass ich da, und mit jedem Satz, den ich bejahen konnte, wuchs meine Motivation: Ich will diese Stelle, ich will sie unbedingt, und ich weiss, dass ich es kann. 
Ich ging so froh und zuversichtlich durch die kommenden Tage, träumte von meiner zukünftigen Aufgabe, malte mir aus, wie es klingen wird, wenn wir zusammen singen und lachen und dann wieder arbeiten... Doch ich hörte nichts, eine Woche verging, zwei. Der Eingabeschlusstermin war längst verstichen. Die Tochter abgereist. Aber ich übte mich darin, nicht zu zweifeln, nicht den Realisten in mir zu Wort kommen zu lassen, auch wenn das nicht immer einfach war. Die wenigen Menschen, denen ich mich anvertraute, freuten sich zwar mit mir, aber meist kam doch ein: "In deinem Alter ist das sicher nicht so einfach", "Es gibt bestimmt noch neue Stellen im Mai", "Zur Not kannst du ja bleiben", "Freu dich nicht zu sehr, sonst ist die Enttäuschung dann riesig", ... Und das machte es tatsächlich oft nicht leicht, bei meiner Vision zu bleiben, zumal diese Stimmen und Argumente auf perfekte Resonanz stiessen in mir.

Doch dann kam Mitte letzter Woche der Anruf, die Einladung zum Vorstellungsgespräch.

Warum ich das alles erzähle? Ich galube wirklich, ich durfte in diesem Prozess eine Erfahrung machen, die uns alle etwas angeht, aus einer Quelle schöpfen, die uns allen zur Verfügung steht. Ich habe zum ersten mal so voller Bewusstsein erlebt, was es heisst, meiner inneren Stimme zu vertrauen, jenem Ort in mir, der verbunden ist mit der Freude, mit der Begeisterung, mit dem Leben. Ich liess meine zutiefst vertrauten Bilder, die ich mir über mich selber aus welchen Gründen auch immer erschaffen habe: Dass ich zu schwach, zu unsicher, zu klein, zu wenig von dem und jenem bin, einfach nicht zu Wort kommen. Dadurch blieb ich auf eine ganz neue Art mit mir verbunden, und es floss einfach weiter, ohne auszutrocknen. Und vielleicht das Allerschönste: Ich fühlte mich nie allein. Ich kann das nicht beweisen, nicht erklären, aber ich wusste und spürte Nähe von Menschen, von Gedanken, Energien, ... Und ich fühlte eine tanzende, glückliche Mirjam um mich. 

Ich hoffe, dass diese Kraft, welche mich durch diese Zeit begleitet hat, auch meine Arbeit erfüllen wird, und dass ich sie nicht vergesse, wenn es schwierige Momente geben wird, herausfordernde, grenzwertige. 
Ich wünsche diese Kraft uns allen, allen, allen.

(Nachtrag: Dass die Einstellungszeit dem Datum des DS-Tages entspricht, ist ein totaler Zufall, der mich jedoch zutiefst freut.)  😃

Freitag, 14. April 2017

Samstagbild 5





Heute keine eigenen Worte. 
Sie stehen bei ihr.

Donnerstag, 13. April 2017

Samstagbild 4

Stell dir vor: Eine Nuss, eine Baumnuss in ihrer harten Schale. Du hälst sie in der Hand, seit langer Zeit, immer wieder. Du kennst sie blind, ihre Form, ihre Struktur, ihr Gewicht, ihren Klang. Und immer wieder wird dir gesagt: Da drin befindet sich ein Kern, ein wundersam geformter Kern, und der ist essbar, schmeckt wundervoll. 
Du weisst es längst, trägst mit der Schale die Nuss mit, kannst sie dir vorstellen, hast sie jedoch nie geschmeckt. Und doch meinst du zu wissen, was eine Baumnuss ist. Bis zu dem Tag, an dem die Schale aufbricht und du erkennst, was du gemeint hast zu wissen.

So ein Geschenk habe ich gestern erhalten, wenige Stunden nach der Zusage meiner neuen Stelle, diesem unendlich stärkenden Vertrauensbeweis.

Es ging um meine Frage nach dem Loslassen. Seit Mirjam den Stein ins Rollen gebracht hat, ist dies zentrales Thema in meinen Prozessen, oft unheilvoll verknüpft und verschlungen mit alten Dogmen von Schuld und Sühne, Pflicht und Schmerz.
Das Leben fordert das Loslassen, weil die Vergänglichkeit in seiner Natur liegt. Das Festhalten als Umkehrung in rückwärts gerichteter Starre raubt Atem und Kraft. Dies und vieles mehr meinte ich verstanden zu haben, trug ich in schützender Schale als kostbare Frucht. 

Doch dann traf gestern meine Frage auf tiefes Wissen, und völlig anstrengungslos öffnete sich die Schale, und was da heraus leuchtete war von solcher Schönheit und Leichtigkeit, dass ich im selben Augenblick mich in ein einziges Staunen hineingetaucht fand.

Loslassen ist nur dann nötig, wenn es darum geht, Schweres, Hinderndes, Erdrückendes hinter sich zu lassen. Was leicht, hell und liebevoll fliesst, brauchen wir nicht loszulassen. Nie. Nicht nötig, nicht heilsam, nicht möglich. (weil wir es ja auch nicht festhalten, sondern empfangen, das ergänze ich heute).

Nicht: "ich muss loslassen", sondern "ich darf loslassen".


Ich spüre die Grenze der Worte. Es mag seltsam anmuten, aber dieses Bild vom letzten Samstag hat mich an ähnlichem Ort berührt. Es war mir, als ich davor stand, als würden mir die Steine in flüssiger Form begegnen, als würde sich in ihrem Wesen spiegeln, was in mir lebt. Zuneigung, Geborgenheit und gleichzeitig eine neue Dimension von Freiheit in der Verbundenheit, die Freiheit, mir zu vertrauen und meinem tiefen Wissen darum, was hindert und was fördert. Und wer. Danke, Leben.



Mittwoch, 12. April 2017

Samstagbild 3

JAAAA!

Ich habe die Stelle!!!! Ich darf ab Sommer als Klassenlehrerin arbeiten!!! Ich weine und lache und bin einfach nur unendlich dankbar. Und drei Fussminuten hinter dem Schulhaus gibt es eine Bank, von der aus der Blick über das Tal frei ist. 


Dieser Blick hier schenkte sich mir beim Betreten des kleinen Holzraumes dort oben auf dem Felsen. Weitblick ist so heilsam.




Dienstag, 11. April 2017

Samstagbild 2

Als die Türe heute aufging um 18:45, kam eine Mitbewerberin heraus, strahlend, siegessicher, jung. Es war nicht ganz einfach, in dieser Situation Platz zu nehmen. Die vierköpfige "Jury" sass gesättigt auf ihrer Tischseite, so, als hätte sie bereits gefunden, was sie gesucht hatte, aber ich habe mein Bestes gegeben, habe die vielen zum Teil sehr kritischen Fragen mutig und klar beantwortet. Nachdem ich nun drei Wochen lang in der festen Überzeugung gelebt hatte, dass dies meine Traumstelle sei und wir aufeinander abgestimmt seien, sitze ich nun da, müde, dem Warten übergeben. 

Es gibt in jenem vielleicht 2 Quadratmeter grossen Raum dort oben auf dem Felsen hinter der Holztüre eine Bank. Dort setze ich mich nun in Gedanken hin. Dort weiss ich, dass mir nichts passiert, was nicht Chance trägt. 
Danke für alle guten Gedanken, die mich begleitet haben. 



Montag, 10. April 2017

Samstagbild 1

Verborgen für den, der einfach dem Hauptweg folgt, exponiert auf einer Felskante steht dieser scheinbare Holzstapel. Eine steile Steintreppe führt hinauf und lässt einen erst einmal still stehen und ratlos umher blicken.

Morgen um diese Zeit (18:45) werde ich auch vor einer Herausforderung stehen, der ich mich mit klopfendem Herzen und mit freudiger Hoffnung stelle. Gerne lasse ich mich begleiten von weiten, hellen Gedanken. Mein grösster Wunsch ist es, dass ich in meiner Kraft und Sicherheit bleiben darf und von dort aus vertrauen kann, dass folgende Schritte gesunde Lebensschritte sein werden, wohin auch immer sie führen.