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Dienstag, 13. März 2018

Morgengruss

Welch weckendes Morgengeschenk! Um halb sechs in der Küche stehen, am offenen Fenster, Mittagessen vorkochen und dabei dem kräftigen Wind lauschen, wie er oben im Wald rauscht, in Wellen durch die Strasse fegt, an den letzten dürren Blätter an der Hauswand zerrt und mit frischer Morgenluft mein Gesicht öffnet. Ich lasse mich mitnehmen, hinaus in die Weite, in die Bewegung, in die Vergänglichkeit, zu mir. 
Und jetzt, da ich dies schreibe, mischt sich in das Brausen das Morgenlied der Amsel.
Einen guten Tag auch dir!

Sonntag, 11. März 2018

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"...Versucht lieber, euch an die lichtvollsten Momente eures Daseins zu erinnern. Überlegt, dank wessen und wie sie sich ereignet haben, lasst sie oft in euer Gedächtnis zurückkehren, genauso, wie ihr eine Musik, die ihr liebt, oft wieder spielt. Und ihr werdet von neuem die gleichen Empfindungen der Reinheit, der Freiheit und des Lichts erleben."
Omraam Mïkhael Aïvanhov

Samstag, 10. März 2018

Nachklang

Es geht noch immer nicht. Vielleicht habe ich es für immer verlernt. Es war ein richtig fröhlicher Weiterbildungstag heute. Wir haben viel erprobt, erlebt, ausgetauscht und vor allem gelacht. Doch dann ist der Tag vorbei und es lacht in mir in der häuslichen Alltagsumgebung weiter, wo der Nachklang dieses Lachens sich immer mehr verwandelt in vorlauten Übermut. Ich beginne mich zu nerven über die Lehrerkollegin, die ich war, wünschte, sie wäre ruhiger und disziplinierter gewesen. Und allmählich wird die Fröhlichkeit zu einer kleinen, nervösen Maus, die beschämt und verzweifelt nach einem Loch sucht, in dem sie verschwinden könnte.
Ich sehne mich nach der Stille, welche bleibt, wenn der Übermut sich legt. Ich weiss der Fröhlichkeit keinen gesunden Platz zu geben. Narbenschmerz vielleicht.

Freitag, 9. März 2018

Sitzwache beendet

In jenen bewegten Tagen und Wochen vor neuen Jahren, in welchen meine kleine Welt durchs All gewirbelt wurde, kam er geflogen und bekam erst einmal einen Platz bei vielen anderen Geschenken und Zeichen.
Bis dann Ende November. Da nahm ich ihn mit in die Stadt. Ich erinnere mich nicht mehr, wie es genau dazu gekommen war. Ich setzte ihn an viele Orte, an denen ich in diesem Jahr schon voller Verzweiflung gestanden hatte und spürte in den Bildern, die entstanden, irgendwie Trost. 



Die Idee, mit dem kleinen Engel einen Adventskalender zu gestalten, war geboren.



Als ich in den Monaten danach mit dem schmerzhaften Aufräumen begann, half er mir, Abschied zu nehmen. 


Und im folgenden Spätsommer dann, als der Grabstein gesetzt war, bekam er darauf seinen Platz und sass da fortan.

Tag und Nacht. 


 Jahr um Jahr.

 Im Duft und in der Kälte. 




Und mehr und mehr von den Jahren gezeichnet.

Jetzt ist er weg. Ich weiss nicht seit wann, aber heute war er nicht mehr da, leer sein Platz, entflogen.

Montag, 5. März 2018

Abenderwachen

Vor 15 Minuten bin ich in die Tram eingestiegen dort an der verkehrsreichen Strasse, wo keiner den andern kennt. Es war noch ein wenig hell. Nun spuckt der Wagen die letzten Fahrgäste aus. Endstation. Man wünscht sich einen schönen Abend. Unterdessen liegt Nacht über dem Dorf. Ich arrangiere mich mit meinen zwei schweren Tüten und trete mit einem Seufzer in die kühle Dunkelheit.
Doch schlagartig ist alles anders. Ich atme noch einmal ein und gleich noch einmal, tief, verzaubert. Es riecht nach erwachender Erde, nach lebendiger Feuchtigkeit, nach Hoffnung, nach Frühling, nach – nach... Glück. Ich bleibe stehen, staune, trinke.

Als wärs zum ersten Mal.

Sonntag, 4. März 2018

Winterabschied

Es gibt Nächte, die einen mit einer riesigen Abschiedswehmut entlassen. Und wenn dann die Frühlingssonne über den Horizont steigt und mit gleissender Eindringlichkeit beginnt, das Bild dazu zu erschaffen, dann erzählt plötzlich jeder Tropfen, jeder Schatten, jeder Schritt im noch gefrorenen Winterweiss, ja gar die Mahlzeit von Endlichkeit und Einmaligkeit.





Einmal wird es der letzte Schnee gewesen sein. Vielleicht heute. Einmal wird es der letzte Abschied sein, wenn einer geht. Vielleicht dieser grad eben. Nichts wird bleiben ausser vielleicht die Frage, was bleibt.


Ob das Leben je antworten wird? Die Vögel tun es an einem solchen Tag mit übermütiger Freude. Und fragen nicht.

Freitag, 2. März 2018

Windstille

Soviel Nichts, soviel scheinbare Leere, inneres Ringen, das keine öffentlichkeitstauglichen Worte zu finden erlaubt. Oft war ich in den vergangenen Jahren an dem Punkt und meinte, alles hier durchtrennen und löschen zu müssen. Ich versuche es nicht zu tun, nicht in der Unsicherheit und Ängstlichkeit einfach zu zerstören, versuche zu akzeptieren, dass es jetzt so ist, dass unfreiwilliges Schweigen sich anders anfühlt als gewähltes. Damals, im Schmerz, fand Verwandlung statt, als ich aufhörte, mich zu wehren. Wer weiss...
Seit gestern liegt hier etwas Schnee, soviel wie nie zuvor diesen Winter. Märzschnee. Das erste Knirschen unter den Schritten am frühen Morgen klang so tröstlich. (Jetzt bloss kein Konjunktiv, FrauWind!)