Seiten

Samstag, 29. Februar 2020

29. f.e.b.r.u.a.r.

Der Schalttag hat heute als kleine Aufmerksamkeit das letzte Weihnachtsgeräusch dieses Winters erhalten: Die allerletzten Tannenästchen vom Weihnachtsbaum durften im Feuer knistern, so richtig laut und wohlig hat das geklungen. Nun ist auch das vorbei, zusammen mit dem Februar. Die stillen Tage im Haus mit mir alleine sind auch vorbei. Die zweite Ferienhälfte wird wieder vom vertrauten Kommen und Gehen begleitet sein.
Der letzte 29.2. hatte von mir auch eine Widmung bekommen. Sie gehörte zu den ersten Windworten. Nun sind also tatsächlich schon vier Jahre vergangen seit diesem 2016. Ich fasse das nicht. In jenem Jahr ist ein Vorhang für immer gefallen. Eine meiner Bühnen, die wohl heilsamste, segensreichste meines Lebens, hatte ausgespielt. Ich glaube nicht, dass seither ein Tag vergangen ist, an dem ich nicht auf der Erinnerungsbrücke gestanden bin, staunend. Es ist eine der einzigen Brücken, auf der ich keine Tränen weine, es nie tat. Ich bin einfach nur dankbar, dass es diese Bühne gab, dass so liebevoll und freilassend Regie geführt wurde und dass Mirjam den Vorhang gehoben hat.

Dieses Bild von gestern erzählt genau dasselbe. Es sind die Fruchtstände vom letzten Herbst, der Schnee der vergangenen Nacht zwischen Schatten und Licht des Morgens. 


Was das Leben wohl mit uns vorhat bis zum nächsten Schaltjahr und seinem zusätzlichen Tag?
Welche Viren werden uns fordern? Worauf werden wir uns einlassen und woran werden wir wachsen? Welche Vorhänge werden für immer fallen und wo werden neue gehoben?

Freitag, 28. Februar 2020

f.e.b.r.u.a.r.

Das habe ich jetzt kurz vor dem Einschlafen noch gefunden. Es fasst das Tagesgeschehen irgendwie zusammen.


Auch wenn ich nicht zu "den Aktiven" gehöre,  es ist so unwirklich, dass diese Tage nicht gefeiert werden dürfen, können, wie auch immer. Mir tut es unglaublich leid für die unzähligen Menschen, für die heute Mittag eine Welt zusammengebrochen ist. Was hat dieses Virus, was Hunderttausende von Flüchtlingen nicht haben? Was unzählbare verhungernde Kinder nicht haben? Was Ebola nicht hat?

Donnerstag, 27. Februar 2020

f.e.b.r.u.a.r.

Seitdem ich Ferien habe, arbeite ich an einem Fotobuch. Ich liebe das, aber ich bin auch ziemlich heftig konfrontiert mit meinen Ansprüchen und meiner Entscheidungsschwierigkeit.
Aber jetzt – eben – habe ich es abgeschickt. (Ich werde eh enttäuscht sein, wie immer.)
Und gestern hat es geschneit, zum ersten Mal in diesem Winter. Zwei Stunden lang war es fast ein Bisschen weiss. Instantwinter für Wintersehnsuchtsseelen. Und vor drei Tagen wurde der erste Coronafall in der Schweiz gemeldet, heute sind keine Handdesinfektionsmittel mehr zu bekommen. Und wenn es stürmt, ist die Schulpflicht vorübergehend aufgehoben. Und die Osterglocken blühen bereits. Und wenn ich diese doofe "Verwanztenphobie" hier nicht hätte, würde ich schreiben, was mich beschäftigt im Bezug auf das neue Schuljahr, aber weil das Aussen nicht offiziell, ja nicht einmal entschieden ist, darf ich auch nichts von dem schreiben, was sich im Innen bewegt. 
Gut, dass ich in einer Weiterbildung übe, den scheinbar leeren Moment zwischen Aus- und Einatmen wahrzunehmen. Manchmal fühlt es sich an, als würde das wahre Leben dort stattfinden.

Das Weiss hier im Hintergrund ist Schnee von gestern. Die Tropfen an den Birkenblüten auch. Da wäre noch der Wind, aber der wollte nicht aufs Bild. Oder kannst du ihn sehen?

Montag, 17. Februar 2020

f.e.b.r.u.a.r.

Manchmal erfahre ich von den Ferienplänen meiner "Kinder" auf Umwegen. Und manchmal braucht es solche Umwege, um Menschen zu finden, die sich neu begeistern lassen. Vielleicht kennt ja jemand jemanden, der jemanden kennt....

Freitag, 14. Februar 2020

Donnerstag, 13. Februar 2020

f.e.b.r.u.a.r.

Das ist die Nacht, Kind, in der  – ich suche immer nach Worten, die das meinen könnten, was sich wahr anfühlt – "Tod" und "Sterben" sind es nicht. Ein Sturm peitscht Graupel gegen die Scheiben, während ich das schreibe. Und tief in mir bittet der Schmerz um Einlass, endlich mal wieder. Er trifft auf Stille, auf Ruhe und ein helles Ja. Trotzdem singt er sein trauriges Lied, die Töne ziehen wie hellblaue Schleier um die Blumen auf dem Grab. Du bist im Lied nicht drin, du bist auch nicht im Schmerz und nicht in den Blumen. Vielleicht bist du im Wind. Ich kann dich mit Worten lägst nicht mehr erreichen. Aber du bist in jedem Aufbruch drin, in jedem Funken Mut, Ja zum Leben zu sagen, in jedem Tropfen vom Meer des Glücks bist du drin, und in der Tiefe des erfüllten Schweigens höre ich manchmal dein Atemen. Das ist die Nacht, deren Ende der Anfang war vom neuen Leben.

f.e.b.r.u.a.r.

Zur Zeit arbeite ich (in Zeiteinheiten gemessen) mehr für die und mit den Eltern als mit ihren Kindern. Ich glaube, das ist wirklich vielen Menschen ausserhalb der Schule nicht bewusst, wie intensiv dieser Austausch mit dem Umfeld des Kindes sein kann. Klar, die Mischung aus Perfektionismus und schlechtem Abgrenzungsvermögen, die sich in mir etabliert hat, tut das ihre. Aber manchmal würde ich schon gerne fragen: "Wissen Sie, dass ihr Kind bei all seiner Einzigartigeit und Besonderheit doch für mich auch eines von 20 ist?" Ich liebe auch diesen Teil meines Berufes, ich bin dankbar für das Vertraune, das mir entgegen gebracht wird. 

So. Das "Aber...." habe ich gelöscht.

Der heutige Morgen hat mir auch eine Erkenntnis geschenkt, die mich über meine Berufsidentifikation hinaus stärkt. Wie heilsam, wenn aus einem dumpfen, diffusen Gewölke sich wieder einmal ein Stück Klarheit herausschält. Danke!